Japanisch für den allergrößten Volltrottel, der sich niemals fortpflanzen sollte

Kapitel 10 –

Zawa, zawa

 

Yay, heute kommt Praxis! \o/

 

 

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Kaiji ist nicht nur ein unglaublich genialer und intelligenter Anime, er hat auch ein Opening, das man mit sehr wenigen Japanischkenntnissen verstehen kann. In diesem Kapitel schauen wir uns mal die ersten vier Zeilen an und versuchen, den Text zu übersetzen.

 

Zeile 1 kommt sogleich~

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Gut, gehen wir diese Zeile Wort für Wort durch.

 

Mirai (未来) dürfte einigen von euch, die den ganzen Tag nichts besseres zu tun haben als vor dem Kasten zu sitzen (so wie ich), wohl schon ein Begriff sein. Es bedeutet schlicht “Zukunft” und besteht aus 2 Kanji. Joa, mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

Wa-wa-was zur Hölle heißt wa? Und wieso wird es in Hiragana mit einem ha () geschrieben? Dies und noch viel mehr erfahrt ihr in der nächsten Folge von “Nihongo Extreme Maximum Power Fight Ultra Revenge Of The Particles To The Max!!!”, und außerdem im nächsten Kapitel. Heute tun wir einfach mal so, als würde es das gleiche bedeuten wie ga.

Bokura (僕ら) setzt sich zusammen aus “boku” und… äh, jo, “ra“. Boku kennen wir schon aus Kapitel 5. Es steht für eine Ich-Anrede für Männer, die ein ruhigeres Leben führen als die ruppigen Kerle, die immer ore sagen. Das ra dahinter macht aus der Anrede den Plural, das heißt, aus einer Anrede für “Ich” wird “Wir”, aus einer Anrede für “Du” wird “Ihr” und aus einer Anrede für “Er/Sie/Es” wird “Ihr Kerle/Ihr Mödchen/Ihr… Etwaseseses”. Eine neutralere Version für ra wäre tachi (was sicher schon einige von euch gehört haben), aber weil die Boku-Bubi-Brigade ja nicht ganz so weich dastehen will, entscheiden sie sich doch lieber für ra, was schließlich “wir” bildet. Das no dahinter macht daraus noch ein “uns(er)“, und wir sind pferdich.

Uh, jetzt kommt eine Kombination mit zwei no! Leute, die sich noch an Kapitel 7 erinnern können und von mir nun erfahren, dass te () “Hand” und naka () “Inneres” bedeutet, können das sicher übersetzen. Für diejenigen, die nur mehr vage davon wissen: Wir schmeißen zuerst alle Zugehörigkeiten in einen Topf (“unsere Hand” und “Hands Inneres / das Innere der Hand”), rühren es  an einem roten Vollmond dreimal gegen den Uhrzeigersinn und kriegen dann schließlich raus, dass es sich um “Das Innere unserer Hand” handeln muss.

 

Äh, jo, wo ist das Verb?

Merke: Wenn man im Japanischen kreativ und lyrisch sein will, ist es in Ordnung, auch das Verb wegzulassen, wenn klar ist, was gemeint ist. “Mirai wa bokura no te no naka“, also “Zukunft im Inneren unserer Hand”, was könnte damit wohl gemeint sein? Die Zukunft übergibt sich im Inneren unserer Hand? Die Zukunft schreibt satanische Botschaften im Inneren unserer Hand? Oder befindet sich etwa die Zukunft im Inneren unserer Hand? Die Antwortmöglichkeiten #1 und #2 klingen zwar plausibel, aber die kleine Fee der japanischen Sprache entscheidet sich in diesem Fall doch für “befindet”. Nun zaubern wir das ganze noch ein bisschen in schönes Deutsch um: “Die Zukunft befindet sich in unserer Hand”, und schon haben wir die erste Zeile übersetzt.

 

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Dare ist das Fragewort für eine Person, also “Wer“, und die Fragepartikel ka macht ein “Irgendjemand” daraus… Nun, das sparen wir uns für das übernächste Kapitel auf. Ka ist zu klein für ein eigenes Kapitel, aber zu groß für nen Exkurs. Ignoriert es einfach und merkt euch, dass dare ka “Irgendjemand” heißt. Dahinter steht jetzt noch ein no, was das Wort in den Genitiv versetzt (“Irgendjemandes“).

Ruuru (ルール) – oder für die Imaishi-aner unter euch: RRRRRRRRUUUUUUUUUUURRUU – ist ein Katakana-Wort und kommt aus dem Englischen. Ihr habt es wahrscheinlich schon erraten, es bedeutet “Regeln“. Dahinter kommt wieder das wa, was wir ausschließlich in diesem Kapitel mit ga ersetzen sollen, und das Wörtchen iranai (要らない). Es kommt von iru (要る) und bedeutet “brauchen“, aber die Endung “nai” nach Verben und Adjektiven steht immer für die VerNAInung des Wortes. Iru bedeutet zwar “brauchen”, aber “iranai” heißt demzufolge “nicht brauchen“. Kommt auch alles noch genauer.

Dare ka no ruuru wa iranai – “Irgendjemandes Regeln nicht brauchen”. Wir können das zur Verschönerung jetzt einen Passivsatz draus basteln, aber nachdem in der vorigen Zeile von “Wir” gesprochen wird, können wir auch hier davon ausgehen, dass der Satz “Wir brauchen irgendjemandes Regeln nicht” heißt. (Denkt nicht zu viel darüber nach, warum wir das Subjekt jetzt geändert haben, obwohl doch ein wa hinter dare ka no ruuru steht. Wie gesagt, wa ist nun mal nicht mit ga gleichzusetzen, aber das wird beim nächsten Mal erklärt. Es ist ein recht heikles Thema, das bestimmt ein ganzes Kapitel in Anspruch nehmen wird.)

Hm, der Satz klingt immer noch seltsam. Jetzt ist Logik gefragt! “Nicht von Jemandem” impliziert, dass man aus einer beliebigen Menge von Menschen etwas nicht haben will. Dabei ist es völlig irrelevant, wie groß die Anzahl der Menschen ist, denn man will es sowieso von keinem haben will. Na, klingelt’s?

zk;nn (Zu kompliziert, nicht nachgedacht): “Nicht von Jemandem” hat dieselbe Bedeutung wie “Von niemandem”, aber nachdem es das Wort im Japanischen nicht gibt, nimmt man halt diese Umschreibung her. Damit wäre der Satz “Wir brauchen von niemandem Regeln”.

 

Okay, auf zu Zeile 3, aber das kriegt ihr sicher selbst hin. Brutipp: Moraru (モラル) heißt “Moralen”.

 

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Und auf zum Endspurt: Gakkou (学校) bedeutet “Schule” und juku () bezeichnet die in Japan ansässige Nachhilfeorganisation.

Jetzt steht da aber irgendein komisches “mo – mo“. Wenn die Partikel “mo” alleine steht, heißt sie schlicht “auch“, haben wir sie aber im Doppelpack wie in dieser Zeile stehen, übersetzt man es man besten mit “sowohl – als auch“. Damit wären wir bei “Sowohl Schule als auch Juku”. Das funktioniert übrigens auch mit drei oder mehr “mo”s, das heißt dann halt “sowohl – als auch – als auch – als auch…

“Sowohl Schule als auch Juku nicht brauchen.” Mit dem “Wir” von vorhin und einem Fünkchen Logikverständnis, wie wir es vorhin hatten (was ich euch aber jetzt ersparen werde), wird daraus “Wir brauchen weder die Schule noch die Juku.”

 

Puh, die andere Hälfte des Openings kommt irgendwann, sobald die Detailfragen hier in darauffolgenden Kapiteln geklärt sind.

Autor:
Datum: 11.03.2012
Kategorien: Blog, NanaOne-Japanischkurs

  1. 1 | Wetter

    Verbesserungsvorschlag: Ein anständigen Videoplayer, wo man auch die VOLUME regeln darf >.<

    • 2 | Gebbi

      Kann man normalerweise, hat naich aber absichtlich deaktiviert, um euch zu quälen.

      • 3 | naich

        Nein, damit beim dritten Video die Steuerungsleiste das “Gebbi stinkt” nicht überdeckt.

    • 4 | DigiFox

      Hast denn was gelernt? : P

  2. Y u no link this?

  3. 6 | Schnitzelschale

    “Error loading skin:
    Skin not a valid file type” Ist mein Browser unfähig, das anzuzeigen, oder stimmt mit der Seite was nicht?

    • 7 | naich

      Scheint, als hätte der werte Herr Webmaster irgendwas an jwplayer geändert (ohne mir was zu sagen), sodass der alte Skin nicht mehr funktionierte. Ist gefixt~

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