Hiro Mashima, der Zeichner und Autor der Mangavorlage von Fairy Tail, postete am 20. Juli einen Tweet auf seinem offiziellen Twitter-Account, dass die finale Staffel des Fairy-Tail-Animes 2018 starten wird.

Bislang wurden zwei TV-Staffeln, zwei Filme und zahlreiche OVAs des beliebten Shounen-Franchises von A-1 Pictures animiert. Kazé hat mittlerweile die Rechte an der Serie erworben und wird mit der Veröffentlichung auf DVD und Blu-ray ab Oktober beginnen. Der Manga wird in Deutschland von Carlsen Manga vertrieben.

Mashima startete die Serie im Jahr 2006 in Kodanshas Weekly Shounen Magazine. Derzeit wurden bislang 61 Mangabände in Japan publiziert. Laut Mashima wird der Manga mit dem 63. Band enden. 

Quelle: ANN

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Gepostet von am 21.07.2017 | Keine Kommentare

Vor ein paar Tagen hatte ich eine kleine Kolumne zu »Deadly Premonition« geschrieben und das Spiel trotz miserabler Technik in den Himmel gelobt. Als @grumpyconny und ich letztens nach der zweiten Zock-Session zum Ausklang noch eine kurze Runde durchs erste Silent Hill drehten (Die Reihe war ja definitiv eine Inspirationsquelle von Deadly-Mastermind Swery), wurde ich plötzlich nostalgisch. Es ist unglaublich, wie viel „Silent Hill“ schon im Erstling steckte und wie geschickt diese Elemente auch in den späteren Teilen immer wieder verwendet wurden. Leider scheint der Serie die Puste ausgegangen zu sein. Nach dem eher mittelmäßig angenommenen »Downpour« und der verpatzten Chance mit »Silent Hills« die Reihe wiederzubeleben, ist es tatsächlich ruhig um den Stillen Hügel geworden.

Als waschechter Fan von Survial Horror gibt es für mich drei große Serien: Resident Evil, Project Zero und eben Silent Hill. Irgendwie gehört auch noch »Alone in the Dark« mit dazu, allerdings empfand ich die Spiele immer als totalen Schrott. Mein Favorit ist zwar Capcoms Zombie-Odyssee , aber die Ableger von Silent Hill, vor allem „Homecoming“ und Silent Hill 2, hatten für mich immer einen ganz besonderen Status. Generell ist gerade die optische Präsentation von Silent Hill einfach unschlagbar. Diese Mischung aus von Alkohol geschwängertem Selbstmitleid, bizarrer Story und alptraumhaften Kindheitserinnerung ergibt einen Cocktail, den ich immer wieder gerne genieße. Hier ist Gaming zweifelsohne Kunst.

Obwohl der Erstling 1999 noch den Ruf eines Wellenreiters innehatte, konnte Konami schnell beweisen, dass das Grundkonzept des Gameplays zwar entfernt an den damals unschlagbaren Genre-König Resident Evil angelehnt war, ansonsten aber durch sein Spiel mit der Psyche des Rezipienten eine damals ungewohnte Tiefe erreichte. Es war – pardon – „ziemlich kranker Scheiß“, aber eben genau die Art von „krankem Scheiß“, auf die man Bock hat. Silent Hill ist dreckig, verstörend und absolut surreal. Hier gibt es keine „Evil Corp“, die mittels Verschwörung die Welt erobern will – Silent Hill war und ist ein depressiver Abstieg in den verrottenden Keller der eigenen Seele. Ein spannender Höllentrip ohne wirkliches Happy End.

Unterstützt wurde die ohnehin schon beklemmende Grundstimmung dabei von einem Soundtrack, dessen Macher Akira Yamaoka für mich so untrennbar mit den Spielen verbunden ist, dass sein Ausstieg für mich DER Grund war, Downpour lange Zeit nicht zu spielen. Seine musikalische Untermalung, vor allem die Tracks zusammen mit Sängerin Mary Elizabeth McGlynn, laufen bei mir noch heute regelmäßig durch die Playlist (einige Stücke findet man sogar bei Spotify).

18 Jahre nach dem ersten Silent Hill hört man fast nichts mehr von der morbiden Kleinstadt. Das letzte große Aufbäumen, mit Hideo Kojimas „Silent Hills“ (das als Playable Teaser bzw. PT für Aufsehen sorgte), wurde ohne Angabe von Gründen eingestampft – zusammen mit der Entlassung von Kojima höchstpersönlich. Er, der mit seinen Metal-Gear-Solid-Spielen maßgeblich am Erfolg von Konami verantwortlich war, wurde ohne Angabe von Gründen aus dem Unternehmen verbannt und mit jahrelangen Repressalien belegt. Damit verlor Konami nicht nur sein bekanntestes Gesicht, sondern die Marke „Silent Hill“ auch ihre Chance auf einen Neuanfang. Den hätte die Serie unbedingt benötigt, denn das klassische Genre der Survial-Horror-Games steckt seit Jahren in der Krise. Verglichen mit Capcoms Resident Evil 7, das bereits ansatzweise konsequent mit der Zeit ging und wesentliche Kerne des Gameplay überarbeitete, den Fokus wieder weg vom Shooter in Richtung Atmosphäre rückte, hätte Silent Hills eine wahre Offenbarung werden können, die seinesgleichen gesucht hätte. Aber eben nur „hätte“..

Bei Silent Hill blicken wir zuletzt auf das eher mittelmäßige „Downpour“ zurück, das vor allem durch seine technischen Probleme, den Fokus auf Action sowie den Wegfall vom Gott-Komponisten Akira Yamaoka eher negative Erinnerungen bei den Fans hinterlassen hat. Da Konami bereits offiziell verlauten lies, keine weiteren Pläne für Triple-A-Games außerhalb seiner Fußball-Marke „Pro Evolution Soccer“ zu haben, sieht es eher dürftig bezüglich Chancen auf ein Revival aus. Gerüchteweise soll ja Sony bereits Interesse an der Marke Silent Hill haben, aber ob da etwas dran ist, steht in den Sternen.

Schade ist vor allem, dass die Macher der Serie mit „Shattered Memories“ eigentlich bereits visionäre Ideen umgesetzt hatten. Im eher auf Atmosphäre und Psychospielchen ausgelegten Sequel erleben wir die Handlung vom ersten Teil noch mal in stark veränderter Form. Dabei verzichtet das Gameplay völlig auf den Gebrauch von Waffen und setzte, neben dem Einsatz eines Smartphones für die Detektivarbeit, auf ein Feature, das wir zuletzt in Until Dawn wiedergefunden haben: Zwischen den einzelnen Kapiteln sitzen wir bei einem Psychologen, der uns teilweise bizarre Fragen stellt. Anhand unserer Antworten ermittelt das Spiel dann ein Profil und passt seinen Ablauf unseren Ängsten an.

Aus heutiger Sicht wäre das der perfekte Weg für Silent Hill gewesen, aber Shattered Memories erschien einfach zu früh und mit der Nintendo Wii (später auch noch auf der PS2) einfach auf der falschen Plattform. Ein paar Jahre später und es wäre ein Megahit geworden, der das komplette Genre neu definiert hätte, und wäre nicht nur als weiterer fehlgeschlagener Versuch der Reihe geendet, seinem eigenen Exodus entgegenzuwirken.

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Gepostet von am 19.07.2017 | 1 Kommentar

Heute wurde offiziell auf dem Nanatsu-no-Taizai-Festival bekanntgegeben, dass die zweite Staffel von Nanatsu no Taizai – The Seven Deadly Sins und ein Film produziert wird. Die Staffel trägt den Beinamen „Revival of the Commandments“ und wird ab Januar 2018 im japanischen Fernsehen ausgestrahlt. Die Ausstrahlung des Films ist für Sommer 2018 angesetzt. Ein erster Trailer wurde ebenfalls veröffentlicht.

Diverse neue Sprecherrollen wurden schon bekanntgegeben:

  • Rina Satou (Shura Kirigakure – Blue Exorcist) als Matrona
  • Tomokazu Sugita (Gintoki Sakata – Gintama) als Escanor
  • Yuuki Kaji (Eren Jäger – Attack on Titan) als Zeldris
  • Hiroki Touchi (Chisato Ichijiku – Brynhildr in the Darkness) als Estarossa
  • Hiroshi Iwasaki (Dr. Hogback – One Piece) als Galand
  • M.A.O (Papika – Flip Flappers) als Melascula
  • Daisuke Ono (Erwin Smith – Attack on Titan) als Drole
  • Yuusuke Kobayashi (Subaru Natsuki – Re:Zero) als Gloxinia
  • Kenjiro Tsuda (Hannes – Attack on Titan S2) als Monspeet
  • Ayahi Takagaki (Kuro – Blue Exorcist) als Derieri
  • Koji Yusa (Ayumu Toujou – Gintama) als Grayroad
  • Katsuyuki Konishi (Takashi Matsubara – Re:Creators) als Fraudrin

Es wurden sehr viele Leute aus dem Produktionsteam umbesetzt:

  • Director: Takeshi Furuta (Eldlive)
  • Assistant Director: Tomoya Tanaka (Eldlive)
  • Series Composition: Takao Yoshioka (Shigatsu wa Kimi no Uso)
  • Character Design: Kento Toya (Nanbaka (2017), Keigo Sasaki (Boku dake ga Inai Machi)
  • Prop Design: Haruo Miyagawa (bleibt bestehen, Black Butler: Book of Circus)
  • Color Design: Takahiro Mogi (bleibt bestehen, Gin no Saji), Nanako Okazaki (Lupin the IIIrd: Chikemuri no Ishikawa Goemon)
  • Art Director: Hiromichi Itou (bleibt bestehen, Lance N’ Masques)
  • Art Setting: Iho Narita (Fullmetal Alchemist)
  • Director of Photography: Shunya Kimura (bleibt bestehen, Eureka Seven)
  • CG Director: Yuu Karube (bleibt bestehen, Re:Zero)
  • Editing: Masahiro Gotou (bleibt bestehen, Steins;Gate)
  • Music: Hiroyuki Sawano (bleibt bestehen, Attack on Titan), Takafumi Wada (bleibt bestehen, High School of the Dead)
  • Sound Director: Kazuhiro Wakabayashi (bleibt bestehen, Usagi Drop)

The Seven Deadly Sins basiert auf einem Manga von Nakaba Suzuki. Er läuft seit 2012 im wöchentlichen Shounen Magazine von Koudansha und wird hierzulande vom Verlag Carlsen Manga vertrieben.

Bislang wurden eine Staffel, zwei OVAs und ein 4-teiliges Special von Studio A-1 Pictures (Sword Art Online) produziert. Netflix hat die erste Staffel und das Special als „Netflix Original“ im Angebot. peppermint anime veröffentlichte hingegen die erste Staffel auf DVD und Blu-ray.

peppermints Anime-Beschreibung:

Vor langer Zeit wurde das Königreich Britannia von einer Untergruppe des Ordens der Heiligen Ritter in Aufruhr versetzt. Die sogenannten „Seven Deadly Sins“ wurden mit dem grausamen Tod des Generals der Heiligen Ritter in Verbindung gebracht und in der Folge erbarmungslos gejagt. Viele Bewohner des Königreichs glauben, dass die berüchtigten „Seven Deadly Sins“ damals restlos vernichtet worden sind. Doch manche munkeln, dass die Gruppe sich im Untergrund versteckt hält …
Zehn Jahre gehen ins Land und erneut droht Britannia großes Ungemach: Diesmal erhebt sich der gesamte Orden der Heiligen Ritter gegen den amtierenden Herrscher. Voller Verzweiflung macht sich dessen bezaubernde Tochter Elizabeth auf die Suche nach der einzigen verbliebenen Hoffnung: Den „Seven Deadly Sins“! Bald schon trifft sie eher zufällig auf den Jungen Meliodas, der ein Gasthaus betreibt und ganz nebenbei ein Mitglied der legendären Gruppe ist. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach den übrigen Mitgliedern und treffen dabei immer wieder auf scheinbar unüberwindbare Hindernisse …

Quelle: yaron-blog

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Gepostet von am 16.07.2017 | Keine Kommentare

Gemischte Gefühle sind bei den Fans von »Ni no Kuni 2: Schicksal eines Königreichs« nun vorprogrammiert, denn wie Entwickler Level-5 bekannt gab, wird das Anime-Rollenspiel nicht mehr in diesem Jahr erscheinen. Der neue Termin ist der 19. Januar 2018. In einer Videobotschaft entschuldigt sich der Chef (Akihiro Hino) höchstpersönlich und gibt zu verstehen dass:

„Wir sind zu dem Entschluss gekommen, dass mehr Entwicklungszeit nötig ist, um das volle Potential von »Ni no Kuni II« auszuschöpfen und den Fans so das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Ich möchte mich aufrichtig bei allen, die sich auf das Release des Spiels freuen, entschuldigen. […] Wir versichern euch jedoch, dass wir weiterhin unser Bestes geben werden, unseren Fans ein tief gehendes wie überzeugendes Singleplayer-Spielerlebnis zu bieten.

Desweiteren nimmt er in dem Video Stellung zu dem Missverständnis, dass es in Ni No Kuni 2 Multiplayer-Inhalte geben soll. Zu Ungunsten der Fans wird dies nicht der Fall sein. Er habe sich in einem E3-Interview missverständlich ausgedrückt und stellte klar, dass Ni No Kuni 2 ein Singleplayer-Titel wird.

Ni No Kuni erschien hierzulande 2013 exklusiv für die PlayStation 3 und bekam durchweg gute Bewertungen. Der Mix aus Ghibli-Anime und J-RPG war ein großer Erfolg. Ni No Kuni 2 wird für PlayStation 4, Xbox One und PC verfügbar sein.

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Gepostet von am 14.07.2017 | Keine Kommentare

Die offizielle Webseite von Shafts (Bakemonogatari) neuem Film-Projekt Fireworks (jap. Uchiage Hanabi, Shita kara Miru ka? Yoko kara Miru ka?) hat am Montag einen dritten Trailer veröffentlicht. Bei einem Presseevent am Dienstag wurde der Trailer ebenfalls gezeigt. Zusätzlich wurde erwähnt, dass geplant ist, den Film in 110 Ländern weltweit auszustrahlen. Das Prouktionsteam merkte auf dem Event an, dass sich die Animationsarbeiten noch etwas hinziehen werden. Am Starttermin (18. August) hat sich aber nicht geändert.

Der Film basiert auf einem gleichnamigen Live-Action-Film von 1993. Die Regie führt Nobuyuki Takeuchi (Keyanimation – Bakemonogatari)Akiyuki Shinbo (Bakemonogatari)unterstützt ihn als Chef-RegisseurHitoshi Oune schreibt das Drehbuch (Regie – Bakuman. Live Action) und  Akio Watanabe (Bakemonogatari) designt die Charaktere. Komponiert wird die Musik von Satoru Kousaki (Bakemonogatari).

Beschreibung:

Der Film spielt an einem Sommertag und zeigt die Geschichte einer Gruppe von Jungen, welche ein Feuerwerk von einem Leuchtturm beobachten. Sie wollen wissen, ob es rund oder doch flach aussieht, wenn man es von der Seite betrachtet. Zur gleichen Zeit erhält einer von ihnen, Norimichi, eine Nachricht von seiner Liebsten, die mit ihm durchbrennen will.

Quelle: ANN

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Gepostet von am 12.07.2017 | Keine Kommentare

Masao Maruyama (Gründer von Madhouse, Mappa und M2) erwähnte letztes Wochenende auf der Japan Expo in Paris, dass er eine Animeadaption von Satoshi Kons (Regisseur von Paprika) Manga Opus in seinem Studio M2 (Onihei) produzieren möchte. Im nachhinein wurde leider deutlich in einem Statement erwähnt, dass dies lediglich ein Wunsch von Maruyama sei und es noch keinerlei Bestätigung für eine Produktion gibt. Dennoch sollte man die Hoffnung nicht aufgeben, dass irgendwann eine offizielle Ankündigung dafür kommt. Maruyama hat schon in diversen Interviews gesagt, dass er gerne an Projekten arbeiten würde, die er mag. Er hat schon früher mit der in 2010 verstorbenen Legende Satoshi Kon an Filmen wie Paprika oder Tokyo Godfathers gearbeitet. Da ist es nur verständlich, dass er auch mit weiteren Werken ihn nicht in Vergessenheit geraten lassen will.

Opus erschien schon 1995 bis 1996 in Japan, noch bevor Satoshi Kon seine Karriere als Regisseur bei Studio Madhouse 1997 mit Perfect Blue startete. Die 2 Bände des Mangas erscheinen hierzulande bei Carlsen Manga.

Quelle: ANN

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Gepostet von am 10.07.2017 | Keine Kommentare

Zugegeben, auf den ersten Blick ist »Deadly Premonition« alles andere als ein Anime-Game. Ganz im Gegenteil, das umstrittene Adventure aus der Hand von Hidetaka „Swery“ Suehiro orientiert sich sehr stark am westlichen Markt und klaut in vielen Bereichen sogar von einer der bekanntesten US-Serien – nämlich von Twin Peaks. Während die Vorlage nahezu aller modernen Mysterie-Serien aktuell mit Staffel 3 wieder im Fernsehen ist, wird auch Deadly Premonition erneut ausgegraben. Auf Steam ist das Spiel derzeit sogar mit einem fetten 90-Prozent-Rabatt zu haben (Kaufempfehlung!). Als Deadly 2010 erstmals erschien konnte es allerdings wenig Lorbeeren ernten. Warum ihr den abgefahrenen Horrorkrimi trotzdem spielen solltet, verrate ich euch jetzt.

Es hat einen gut erklärbaren Grund, warum die Wertungen von Deadly Premonition seiner Zeit so weit auseinander gingen. Während Destructoid das Spiel mit einer glatten 10/10 als „nahezu perfekt“ lobte, wurde Deadly von IGN mit 2/10 herbe abgestraft. Und das zu Recht. Rein aus technischer Sicht ist der Titel schon damals maßlos veraltet erschienen und hat euphorische Käufer komplett verstört. Deadly Premonition ist optisch gesehen ein schlechter Witz und möchte einem die ganze Zeit „bitte töte mich!“ entgegenrufen. Die Sound-Kulisse ist hölzern, nahezu alle Geräusche klingen wie rudimentär mit dem alten Spielzeug-Rekorder selbst aufgenommen und die Musikuntermalung ist – bis auf wenige echt kultige Tracks – eher fade. Dazu gesellt sich eine unübersichtliche Karte (auf der man keine Wegpunkte festlegen kann..) und ein Fahrzeug, das sich so unendlich behäbig steuert, dass jeder Panzer feixend daran vorbeizieht.

Eine kleine Anmerkung an dieser Stelle: Dass die Technik in Deadly Premonition so veraltet wirkt, liegt vorwiegend daran, dass das 2007 enthüllte Projekt ursprünglich für die PlayStation 2 geplant war. Während die neuere PS3 noch wie Blei in den Regalen lag, wollten die Entwickler wohl einfach auf die größere Kaufkraft setzen. Nach vielen Irrungen und Wirrungen erschien Deadly dann aber erst drei Jahre später für die Xbox 360 und war, gemessen am Standard der Konsole, grafisch ein Desaster. Auf der PS2 hingegen wäre es ein durchschnittlich schönes Spiel gewesen. Dass Games für Vorgänger-Konsolen erscheinen ist in Japan normal. Während westliche Publisher immer eher auf die modernste Plattform setzen, gehen japanische Spielefirmen vor allem danach, wo sich das Spiel besser verkaufen würde.

Wenn ihr jetzt abgeschreckt seid und euch fragt, wie man so ein Spiel ernsthaft auf die Massen loslassen konnte, dann gesellt ihr euch wunderbar zum übermäßigen Teil damaliger Kritiker. Da konnte selbst der Directors Cut, der mit verbesserter Steuerung und leicht aufgehübschter Grafik daherkommt, wenig dran rütteln. Deadly Premonition ist tatsächlich Schrott – gemessen an üblichen Wertetabellen.

Mit diesem Wunderwerk der Technik wurde die Sound-Kulisse in »Deadly Premonition « wahrscheinlich aufgenommen.

Jetzt könnte man das Spiel an dieser Stelle getrost ignorieren, da es den Ansprüchen moderner Gamer in kaum einer Weise genügt. Allerdings gibt es da auch noch die andere, wundervolle, Seite von Deadly Premonition, die mich schon nach kurzer Zeit gefesselt hat und das Spiel zu einem Geheimtipp macht. Mit seiner unverkennbaren Nähe zu Twin Peaks, dem Mix aus Silent Hill und Project Zero sowie einer gewissen (oft technisch bedingten) Cheesiness, mischt Swery viele coole Elemente zusammen, die am Ende ein eigenwillig rundes Erlebnis ergeben.

Wir befinden uns in der scheinbar verschlafenen Stadt Greenvale, die irgendwo im Nichts liegt und so gut wie jedes Mysterie-Klischee erfüllt. Dichte Wälder, skurile Einwohner, ein Sägewerk (es muss einfach IMMER ein Sägewerk geben!) sowie ein muffeliger Sheriff im Cowboy-Look, dem es offensichtlich ziemlich stinkt, dass Protagonist Francis ‚York‘ Morgan die Ermittlungen am bizarren Mord an Highschool-Schönheit Laura Palmer Anna Graham übernimmt oder überhaupt Interesse an den Geschehnissen in und um Greenvale herum zeigt. Greenvale schreit einfach schon danach, dass es unter der schönen Fassade mächtig brodelt.

‚York‘ selbst (wie unser Hauptheld genannt werden will und das auch jedem ungefragt sofort aufs Auge drückt) kommt auch nicht ohne erweiterte Charakter-Eigenschaften aus. So führt er ständig mit seinem imaginären Freund „Zach“ ziemlich einseitige, aber recht amüsante Gespräche, in denen er quasi die aktuellen Geschehnisse kommentiert. Darüberhinaus hat er eine nahezu abgöttische Liebe zu Kaffee (ein deutlicher Hinweis auf sein Twin-Peaks-Gegenstück Agent Cooper) und liest jeden Morgen horoskopartig aus seiner Kaffeesahne.

Glücklicherweise wurde das Spiel kurz vor Release noch mal einer kleinen Überarbeitung überzogen, was die Nähe zu Twin Peaks im Allgemeinen angeht. Zwar ist die Welt von Deadly Premonition in seinen Grundzügen nahezu gleich aufgebaut, doch der Handlungsverlauf unterscheidet sich merklich. Das wird vor allem darin deutlich, dass wir in Deadly einen festen Antagonisten haben – den „Raincoat-Killer“. Der tritt ähnlich wie Pyramid Head aus Silent Hill immer wieder auf den Plan und bringt uns in Bedrängnis. Außerdem ist das Spiel im Vergleich zur Serie deutlich mehr auf Action aus, was sich in der „Anderswelt“ wiederspiegelt. Auch das kennen wir bereits aus Silent Hill. Immer wieder verlässt York die Realität und muss sich in einer Art Alternativ-Welt gegen zombie-ähnliche Dämonen zur Wehr setzen und kleinere Puzzles lösen. Das klingt erst mal spannend, entpuppt sich aber als Schießbude – zumal der Schwierigkeitsgrad im Director’s Cut fixiert wurde und deutlich zu leicht ausfällt.

Das ist aber nicht weiter wild, denn der Fokus von Deadly Premonition liegt auf der Erkundung von Greenvale, der Interaktion mit den Neben-Charakteren und den sehr ausschweifenden Ermittlungen im Fall „Anna Graham“. Hier nimmt das Spiel leichte Züge von Persona 5 an, denn die Handlung ist in Tage unterteilt. Immer wieder müssen wir York ins Bettchen schicken, wenn die Story verlangt, dass wir eine Aktion erst am kommenden Tag ausführen. Daneben gibt es Beschäftigungen wie Angeln oder Autorennen, aber auch ganze Nebenquests und allerhand Sammelkram. Für die Erfüllung eines Story-Abschnitts haben wir eine bestimmte Zeit vorgegeben, dazwischen können wir alles mögliche Anstellen. Dieser Aufbau ist ziemlich ungewöhnlich für ein Survival-Horror-Game, aber da sich Deadly Premonition sowie nicht immer ernst nimmt, kann man das getrost als „typisch japanisch“ einordnen und um ehrlich zu sein sorgt gerade diese Auflockerung für ein wohliges Heimatgefühl und macht sehr viel vom Charme des Spiels aus.

Es ist einfach dieses Gemisch aus Grusel-Klassikern wie Project Zero oder Silent Hill, dem deutlichen Bezug zur Twin-Peaks-Vorlage und der technischen Cheesiness, das Deadly Premonition wirklich zu einem einmaligen Erlebnis macht. Die ungewollte Komik, zusammen mit der spannenden Story, der Spielwelt und den coolen Charakteren, sorgt für gute Unterhaltung – wenn man bereit ist, sich von den Macken des Spiels nicht direkt zur Deinstallation verführen zu lassen. Hier lohnt sich „Augen zu und durch“ wirklich, denn wenn einen Greenvale erst einmal gefesselt hat, lässt die Stadt einen so schnell nicht wieder los.

 

Bis zum 12.07 kann Deadly Premonition bei Steam für 2,49€ gekauft werden. Allerdings läuft die Version, ein letzter Fauxpas der Entwickler, nur mit 720p. Mithilfe des Community-Patches kann man das aber aushebeln und höhere Auflösungen einstellen.

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Gepostet von am 09.07.2017 | Keine Kommentare

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