Das japanische Gangster-Epos »Yakuza« erlebt gerade seinen zweiten Frühling: »Yakuza 0« und »Yakuza Kiwami« waren international große Erfolge, »Yakuza 6« konnte den Siegeszug der Reihe weiter zementieren und mit »Yakuza Kiwami 2« steht bereits das zweite Re-make der PS2-Ära in den Startlöchern.

Nun lässt sich SEGA nicht lumpen und legt direkt noch mal nach, denn wie heute bekannt wurde, möchte der Entwickler und Publisher bis 2019 auch die Teile 3, 4 und 5 für PS4 aufarbeiten und als Re-master-Fassungen neu veröffentlichen. Dabei verzichtet man allerdings diesmal auf inhaltliche Anpassungen, wie wir es von den Kiwami-Versionen gewohnt sind und wird lediglich die Grafik der PS3-Klassiker auf 1080p und 60fps überarbeiten.

Das ist nun natürlich etwas schade, da die neuen Inhalte und Gameplay-Verbesserungen bei Yakuza Kiwami schon sehr viel neuen Drive in das Spiel brachten. Verständlich ist aber auch, dass die PS3-Grundlage ohnehin schon in HD (wenn auch nur 720p) zur Verfügung stand und es daher wohl der „einfachere Weg“ ist.

Bisher sind die drei Re-masters nur für Japan angekündigt, einem Release hierzulande steht aber, allerdings mit großer zeitlicher Verzögerung, nichts im Wege. Bisher sind die Yakuza-Spiele im Schnitt 1-2 Jahre später zu uns gekommen. Wenn dies auch bei den Re-master der Fall sein soll, wäre es fraglich, ob Sony zwischenzeitlich eine neue Konsole auf den Markt wirft.

Yakuza 3 ist in Japan für den 09. August angekündigt und wird rund 40 Euro kosten. Yakuza 4 folgt dann im Herbst diesen Jahres und Yakuza 5 im Frühjahr 2019. Bleibt zu hoffen, dass SEGA sich nicht zu viel Zeit lässt und wir noch vor der nächsten PlayStation-Generation die Teile auch bei uns bekommen.

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Gepostet von am 22.05.2018 | Keine Kommentare

Das kommt plötzlich: Nachdem Capcom im vergangenen Jahr noch eher abweisend auf Fragen nach einer Version von Monster Hunter XX für den Westen reagierte, kündigte der Entwickler heute »Monster Hunter Generations Ultimate« an. Das Besondere an der aufgestockten Fassung des 3DS-Hits ist, dass sie für die Nintendo Switch erscheint und damit das Franchise auch bei Nintendo wieder zurück auf die großen Bildschirme führt.

Der unglaublich große Roster von Monster Hunter Generations wird in Genrations Ultimate noch weiter aufgestockt, es finden auch neue Items und zwei frische Jagdstile ihren Weg ins Spiel. In Monster Hunter XX, also der japanischen Vorlage, fanden sich bereits über 80 große Monster ein. Das sind knapp 50 mehr, als aktuell in Monster Hunter World vertreten sind. Dazu zählen so gut wie alle bekannten Größen der ersten vier Generationen sowie der neue Drachenälteste Valstrax. Außerdem kommt auch endlich der lang ersehnte G-Rank ins Spiel, der den höchsten Schwierigkeitsgrad darstellt.

Einziger Wermutstropfen: Die 3DS-Version von Monster Hunter XX findet ihren Weg wohl erst mal nicht zu uns. Zumindest hat Capcom diesbezüglich noch nichts angekündigt. Dafür können Besitzer von Monster Hunter Generations (3DS) ihren Spielstand in die Ultimate-Version übertragen und so direkt im Late- oder Postgame durchstarten. Ein Zusammenspiel beider Versionen ist durch die unterschiedlichen Inhalte und den Überarbeitungen nicht möglich.

Monster Hunter Generations Ultimate erscheint am 28. August 2018 für die Nintendo Switch.

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Gepostet von am 10.05.2018 | Keine Kommentare

Diesen Juli wird die „Shin Nihon Kikaku Corporation“ aus Osaka 40 Jahre alt. Retrogamer kennen das japanische Unternehmen vor allem in seinen Initialen „SNK“ und der Heim-\Hallenkonsole »Neo Geo«. Ende der 80er-Jahre, als Nintendo und SEGA den weltweiten Boom der Heimkonsolen bereits aus- und Spielhallen damit abgelöst hatten, kam SNK auf die Idee, einen Hybriden zu entwickeln und setzte dabei auf beide Märkte. Während Spieler mit dem »Neo Geo AES« am heimischen Fernseher ihren Spaß hatten, konnten Spielhallenbetreiber auf das »Neo Geo MVS« zurückgreifen. Der Vorteil des MVS-Automaten lag darin, dass hier nicht nur – wie üblich – ein einziges Spiel vorinstalliert war, sondern es wie bei Heimkonsolen wechselbare Cartridges gab. Das minimierte die Kosten und machte den Betrieb flexibler. Fand ein Spiel keinen Anklang oder war nicht mehr aktuell, konnte einfach eine andere Kassette eingelegt werden.

Zum 40. Geburtstag des Unternehmens springt SNK auf den Erfolgszug der „Mini-Konsolen“ auf und kündigt die Veröffentlichung des »Neo Geo Mini« an. Im Gegensatz zu den bereits bekannten Nachbauten von SEGA, Nintendo und Commodore, kommt der Neo Geo Mini im Look eines Spielhallenautomaten und mit eigenen Bildschirm daher. Zusätzlich kann die Konsole via HDMI auch an den TV angeschlossen werden. Passend zum Geburtstag werden 40 Spiele ihren Weg auf das Gerät finden, darunter auch Klassiker wie „Metal Slug“ oder „The King of Fighters“. Eine genaue Liste der Spiele sowie der Preis sind noch nicht bekannt. Es ist aber bereits bestätigt, dass es eine Version für Asien und eine für westliche Länder geben wird.

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Gepostet von am 10.05.2018 | Keine Kommentare

Dass »Attack on Titan« in den letzten Jahren zu einem absoluten Kult-Anime erwachsen ist, ist hinlänglich bekannt. Wirklich überraschend ist, dass auch die Spieleumsetzungen ihren Job sehr gut machen. Ist ja schließlich nicht immer so.. Hier gab sich jüngst mit »A.O.T. 2« der neueste Kracher seine Ehre und entführt den Spieler in die ersten zwei Staffeln des Anime sowie in den erbitterten Kampf gegen die Titanen.

Diese haben nämlich vor rund 100 Jahren die Welt überrannt und einen Großteil der Menschheit verputzt. Da die laufenden Hochhäuser nur im Nacken verwundbar sind und sonst nicht sterben können, müssen sich die Menschen hinter 50 Meter hohen Mauern verstecken und fristen ein karges Leben auf engstem Raum. Wo es im ersten Teil noch direkt mit Manga-Held „Eren Jäger“ auf die Jagd ging, übernehmen wir diesmal die Steuerung eines eigenen Alter Ego, das wir per Charakter-Editor komplett anpassen können. An der Seite bekannter Figuren wie Mikasa, Armin, Sascha oder Jean melden wir uns für die Ausbildung zum Soldaten an und erleben danach den Angriff der Titanen auf die Stadt Trost.

Entwickler Omega Force und Publisher Koei Tecmo geben sich dabei allergrößte Mühe, alles so nah wie möglich an der Story des Animes zu orientieren. Vor allem die Zwischensequenzen, die in Spielgrafik gerendert sind, wirken dabei fast immer wie 1:1 umgesetzt – auch die japanischen Originalsprecher sind dabei. Deutsche Spieler erhalten immerhin lokalisierte Menüs und Untertitel.

Kerninhalt von A.O.T. 2 sind die streckenweise mehrteiligen Missionen, in denen es eigentlich immer darum geht Titanen zu töten. Dabei kommt das bekannte 3D-Manöver-Konzept zum Einsatz, was im Spiel erstklassig umgesetzt wurde. Es macht einfach übelst Laune, im Affenzahn über die Karte zu heizen und sich in waghalsigen Angriffen auf die Titanen zu stürzen. Dabei bietet jede Mission Haupt- und Nebenziele – letzteres bedeutet in der Regel dass wir einen bekannten Kameraden aus einer brenzligen Situation retten müssen, worauf dieser sich dann für die Dauer der Mission unserem Team anschließt und für Team-Attacken zur Verfügung steht. Das wird besonders dann ein Fest, wenn wir Elite-Kämpfer wie Levi oder Erwin an unserer Seite haben.

Die Missionen spielen sich flott, sind aber komplett repetitiv. Wirkliche Abwechslung bekommt man höchstens in den Dialogen geboten. Hier wird A.O.T. 2 vor allem etwas für Fans des Animes. Wer keine Ahnung von der komplexen Geschichte hat und sich nicht zumindest nebenher in Wikis beließt, wird schnell nur noch Bahnhof verstehen. Ein wichtiges Element des Spiel ist zum Beispiel die soziale Interaktion, bei der wir in Gesprächen mit Kameraden immer die richtige Antwort wählen müssen, um dadurch unseren Freundschaftsgrad zu erhöhen und neue Skills freizuschalten. Hier ist der im Vorteil, der zumindest grundlegend weiß, wie die Figuren ticken.

Zwischen den Missionen ist man in einer der Städte oder auf der Kaserne unterwegs. Hier gibt es neben den sozialen Funktionen und den kleineren Dialogen vor allem weitere Nebenmissionen (zum Erfahrungspunkte- und Materialiengewinn) und Shops. Ein wichtiger Punkt ist der ständige Ausbau unserer Ausrüstung, da die Titanen im Laufe des Spiels natürlich stärker werden. Das Konzept wirkt ehrlich gesagt etwas aufgesetzt und bietet kaum Motivation und ist nur deswegen relevant, da man sonst bald zu wenig Schaden macht, um eine hohe Bewertung im Missions-Schlussbildschirm zu erreichen.

Gekämpft wird in A.O.T. 2 immer auf großen Karten, auf denen wir an vorgegebenen Orten strategische Gebäude für den Nachschub, Materialenbeschaffung oder Geschütze aufstellen müssen. Da unsere Ressourcen nie für eine ganze Runde ausreichen, ist das Micromanagement hier wirklich wichtig und entscheidet über Sieg oder Niederlage. Allerdings ist das Ganze zum Glück keine Raketenwissenschaft und die Logik dahinter schnell verstanden.

Alles in allem ist A.O.T. 2 ein sehr gutes Beispiel für eine gelungene Anime-Spieleumsetzung und ein Muss für jeden Fan. Zwar könnten sich die Entwickler fürs nächste Mal noch um mehr Abwechslung bemühen, aber wer den Anime oder den Manga mag, wird sehr viel Spaß mit Attack on Titan 2 haben.

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Gepostet von am 29.04.2018 | Keine Kommentare

Damit hat wohl niemand gerechnet: Fast 20 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung auf SEGAs Dreamcast findet Ryo Hazuki seinen Weg in die Neuzeit. Während Fans der Reihe sehnsüchtig auf Shenmue 3 warten, geben SEGA und Koch Media bekannt, dass die Vorgänger Shenmue 1 und 2 noch in diesem Jahr für PS4, Xbox One und PC erscheinen werden. Damit wird der viel gefeierte Klassiker endlich wieder zugänglich und dann kann man auch getrost den Dreamhack-Emulator von der Festplatte putzen.

“Shenmue I & II wird über den gleichen Funktionsumfang wie die Klassiker verfügen, die schon damals ein modernes Gaming definierten, inklusive Jujitsu-Kämpfe, detektivischer Schnüffelarbeit, populären RPG-Elementen und eingängigen Mini-Spielen. Die Neuveröffentlichung wird inhaltlich identisch zu den Original-Spielen sein und zusätzlich über moderne Funktionen wie skalierbare Bildschirmauflösung, Auswahl-Option für moderne und klassische Kontrollschemas, PC Grafikoptionen, eine aktualisierte Benutzeroberfläche und eine Auswahl-Option um entweder die japanische oder die englische Sprachausgabe zu genießen.”

Shenmue erzählt die Geschichte von Ryo Hazuki, der nach seiner Rückkehr nach Japan entsetzt mit ansehen muss, wie sein Vater von einem Fremden aus China vor seinen Augen hingerichtet wird. Damit beginnt eine Reihe von Ereignissen, die unter anderem die Vergangenheit von Hazukis Familie in den Mittelpunkt rücken. Die Handlung erstreckt sich über beide Spiele und setzt in Shenmue 2 mit der Überfahrt nach China an.

Die Faszination Shenmue ist allerdings nicht nur auf das Spiel begrenzt. So versprach Erfinder Yu Suzuki damals die größte Menge spielerischer Freiheiten, in einer sich stehts dem Spielgeschehen anpassenden Welt, die man größtenteils frei bereisen kann. Dafür wurde ein unglaubliches Budget von fast 100 Mio Dollar aufgewendet, was 1999 enorm viel war und selbst heute nur Top-Marken zur Verfügung steht. SEGA investierte dieses Geld unter anderem auch, da man die Hoffnung hegte, mit Shenmue seine sich eher schlecht verkaufende Dreamcast anzukurbeln. Auch wenn Shenmue viel Aufmerksamkeit bekam und bis heute als wirklich geniale Spielereihe gilt, wurde dieses Ziel nicht erreicht, weswegen Shenmue 3, das die Geschichte rund um Hazuki weitererzählen sollte, erst 2015 angekündigt wurde. Wann das Spiel erscheint, ist noch unbekannt.

Obwohl Shenmue 2 auch seinen Weg auf die erste Xbox fand, ist es das erste Mal, dass die Reihe einer breiten Masse zugänglich gemacht wird. Einen genauen Termin für die Veröffentlichung geben SEGA und Koch Media aber noch nicht bekannt. Allerdings spricht man von “sehr bald” und “2018”.

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Gepostet von am 14.04.2018 | 1 Kommentar

Wer vor 12 Jahren noch den Wunsch geäußert hat, ein Final-Fantasy-Spiel auf dem PC zocken zu können, galt als Träumer. Zwar gab es für Final Fantasy VII & VIII Umsetzungen für Windows, aber die wurden schnell wieder vom Markt genommen. Square Enix Rollenspiel-Hitserie galt seit den späten 1990er-Jahren als Exklusiv für die PlayStation.

Seit einiger Zeit nun weicht Square Enix diese Regel immer weiter auf. Mittlerweile sind alle wichtigen Releases auch bei Steam zu finden, denn der PC hat sich seit den letzten Jahren wieder zur relevanten Plattform für den Mainstream-Markt gemausert.

So ist es eigentlich nur logisch und richtig, dass nun auch eine PC-Version für Final Fantasy XII: The Zodiac Age an angekündigt wurde. Bereits 2017 hatt das Spiel eine Neuauflage für Xbox One und PS4 erhalten, die sich über eine Million Mal verkauft hat.

„FINAL FANTASY XII: THE ZODIAC AGE für PC wird die modernen Features und Verbesserungen der PlayStation 4-Version erhalten. Darunter eine verbesserte Grafik, ein überarbeiteter Soundtrack, neue Turbo- und Prüfungsmodi, sowie viele andere Optimierungen. Folgende neue Features werden für PC-Nutzer hinzugefügt:

 

  • Bildrate von 60 FPS – Ivalice sieht dank 60 Bildern pro Sekunde noch besser aus
  • Kompatibel mit 21:9-Monitoren- zudem können bis zu drei Bildschirme für ein 48(16×3):9-„Erlebnis eingesetzt werden
  • „New Game+“ und „New Game-“ – diese Modi sind nun von Anfang an zugänglich
  • Drei Optionen für die Hintergrundmusik – Originalversion, neu aufgenommene Version und Soundtrack-Version sind anwählbar
  • Maximierte Lizenzpunkte und Gil – Neue Funktionalität erlaubt Spielern das Erlangen maximaler Lizenzpunkte und Gil vom Konfigurationsmenü aus
  • Vollständige Unterstützung von Controllern, Steam-Sammelkarten und mehr, um das Erlebnis für PC-Spieler zu optimieren“

Fans brauchen auch gar nicht lange warten: Bereits ab dem 01. Februar 2018 soll die neue Steam-Version zur Verfügung stehen. Für den Start sowie die erste Woche wurde sogar ein Rabatt von 20% angekündigt.

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Gepostet von am 12.01.2018 | Keine Kommentare

Okay, ich gebe es zu: Ich habe Xenoblade Chronicles für Nintendo Wii nicht gespielt. Ein Fauxpas, ich weiß. Ebenso habe ich das Remake, das später für den New 3DS erschienen ist, bisher nicht angerührt. Mein erster Kontakt mit der Serie war vor zwei Jahren, zum Release von Xenoblade Chronicles X für die Wii U, und ich hatte mich sogar schon sehr gefreut. Alleine die Mecha-Komponente wäre ja eigentlich voll mein Ding gewesen. Leider hatte mich das Spiel auf meinem Weg zur ersten Kampfmaschine (die man nach rund 10-20 Stunden Spielzeit bekommt) verloren. Es war mir einfach alles zu langatmig. Aus diesem Grund stand ich Xenoblade Chronicles 2 lange Zeit skeptisch gegenüber und habe wirklich mit mir gehadert, ob ich mich am neuen J-RPG von Monolith und Nintendo versuchen sollte. Zum Glück tat ich es!

Ehrlich gesagt habe ich keinen Schimmer, in welchem Zusammenhang die Spiele zueinander stehen. Die Xeno-Serie besteht ja schon ein paar Jahre (»Xenogears« erschien 1998 noch für die PlayStation) und viele Teile sind hierzulande gar nicht veröffentlicht worden. In Xenoblade Chronicles 2 zumindest übernehmen wir, anders als im Vorgänger „X“, die Kontrolle über den Jungen „Rex“, der sich als Bergungstaucher zusammen mit einem großen Drachen, auf dem er auch wohnt, ein karges Auskommen sichert. Sein Weggefährte ist ein sogenannter Titan, von denen es nur noch wenige auf der Welt gibt. Dieser Umstand ist gleichzeitig auch der Kern der Handlung, denn umringt vom großen Wolkenmeer, sind die Titanen der einzige Lebensraum, der den Bewohnern von Alrest (so heißt die Spielwelt) geblieben ist. Das Aussterben der Giganten bedroht daher das Leben in der Welt von Xenoblade Chronicles 2.

Nach einem kurzen Tutorial, das mit brillantem Showdown die eigentlich Story einleitet, mache ich mich zusammen mit der Klinge „Pyra“ auf die Suche nach dem legendären „Elysium“ – einer Art Paradies über dem Weltenbaum, der im Zentrum des Wolkenmeeres steht. Um diese Reise strickt sich eine gut inszenierte Story, die so manche Wendung bereithält und mit vielen Charakteren aufwartet. Die komplett in Ingame-Grafik gehaltenen Zwischensequenzen sind ein Fest für Anime-Fans, denn die Entwickler haben nicht an den nötigen Effektgewittern gespart.

Die so genannten Klingen übernehmen einen weiteren wichtigen Aspekt des Gameplays. Sie sind eine Mischung aus Begleiter und Waffe, mit der ich gegen Feinde ins Feld ziehe. Pyra zum Beispiel ist sehr mächtig und steht euch aus Story-Gründen immer zur Seite. Neben ihr gibt es aber noch viele andere, darunter auch sehr seltene, Klingen, die gleichzeitig euren Spieltyp beeinflussen. Grob gesagt unterscheidet die Klinge ob ihr Tank seid, viel Schaden austeilt oder eher eure Gruppe mit Heilung unterstützt.

Wo „X“ mich noch als Entdecker in eine unbekannte Welt schickte, mir gefühlt 200 Skills an die Hand gab und ich permanent vom Umfang der Spielwelt erschlagen war, geht es Chronicles 2 deutlich ruhiger an. Ich lerne alles von der Pike auf. Nur was ich gerade brauche oder neu entdecke wird mir direkt ausgiebig erklärt – der Rest folgt dann später. Das hat zur Folge, dass ich mich in die riesengroße Spielwelt und vor allem in das ausufernde Kampfsystem viel besser einarbeiten kann. Gerade die Kämpfe sind nämlich gar nicht mal so simpel. Anfangs noch eher ruhig und fast schon zu langsam, werden sie im Laufe der rund 60 bis 80 Stunden Spielzeit immer größer und schwerer. Das genaue Timing meiner Skills sowie gute Vorbereitung sind hier der Schlüssel zum Erfolg.

Ebenso wie schon im Vorgänger ist die Welt von Alrest riesig und lädt zum Erkunden ein. Jeder Titan bietet dabei sein eigenes Biom. Ob weite Graslandschaften, sanfte Hügel, tiefe Dschungel oder heiße, kluftige Felsen: Die Titanen sind riesig und dynamisch, beherbergen unterschiedliches Leben und belohnen ausdauernde Sucher mit vielerlei geheimen Orten. Dabei punkten die Welten vor allem mit ihrem nicht-linearen Aufbau: Direkt nach dem Tutorial begegnen mir Lebewesen, deren Level meines bei weitem übersteigt. Mit etwas Glück sind sie friedfertig, andernfalls nehme ich lieber die Beine in die Hand oder segne das Zeitliche. Ich liebe so etwas ehrlich gesagt sehr. Dieses Gefühl, dass ich noch mal zurückkehren muss, um zuvor nicht erforschte Bereiche endlich in Angriff nehmen zu können.

Obwohl Nintendos Hybrid nicht mit der Power der PlayStation 4 Pro oder der Xbox One X mithalten kann, präsentiert Monolith eine wirklich eindrucksvolle Grafik – mit vielen Details, einer lebendigen Umgebung und satten Farben. Der Wechsel hin zum Anime-Stil tat dem Spiel sehr gut und macht schon beim Zuschauen Spaß. Ebenso freut es das Fan-Herz, dass neben der englischen Tonspur auch die japanische (nach kostenlosem Download) zur Verfügung steht. Das passt einfach besser ins Bild. Nur bei der Auflösung muss ich meckern: 720p im Heimkonsolen-Modus, kein HD für unterwegs. Die Kollegen von Digital Foundry haben herausgefunden, dass das Spiel mobil teilweise nur mit 342p läuft. Bestenfalls kommt es mit maximal 552p trotzdem noch nicht mal in HD-Reichweite. Ein guter Schärfefilter macht zwar vieles wett, aber die enorme Größe der Spielwelt zeigt, dass hier entweder Grenzen erreicht oder noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden. So oder so bietet Chronicles 2, von technischer Seite aus, das aktuell wohl schwächste Unterwegs-Erlebnis.

Obgleich seiner Echtzeit-Kämpfe sieht sich Chronicles 2 aber als standfestes J-RPG und das muss dem Spieler auch bewusst sein. Viele Dialoge, manchmal träger Story-Fortschritt und ein Übermaß an – oft simplen – Quests sind ebenso Teil des Ganzen, wie die schön inszenierte Haupthandlung und die vielen coolen Charaktere. Ein gewisser Hang zum Japanischen ist aber eine deutliche Voraussetzung für das Spiel. Immerhin braucht man die Vorgänger nicht gespielt zu haben, um von Anfang an voll in Xenoblade Chronicles 2 einzusteigen.

„Xenoblade Chronicles 2 erreicht mit Leichtigkeit den Titel „Bestes J-RPG 2017″ und verzaubert seine Spieler mit einer wunderschönen Spielwelt, vielen interessanten Charakteren und einer spannenden Handlung. Aber nicht nur die ausgefallenen Kämpfe, sondern auch das Erkunden der einzelnen Titanen oder die Jagd nach den besten Klingen, machen einen großen Anteil des Spielgefühls aus.“

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Gepostet von am 01.01.2018 | Keine Kommentare

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