Für die vielen Fans vom Capcoms Spielereihe »Monster Hunter« ist es immer eine gute Nachricht, wenn ein neuer Teil der Serie in den Handel kommt. »Monster Hunter Stories« macht allerdings vieles anders, als wir es bisher gewohnt waren. Denn anstatt loszuziehen und Jagd auf Monster in der Umgebung zu machen, freundet ihr euch diesmal mit ihnen an, um gemeinsam die Welt zu erkunden. Das bringt eine völlig neue Perspektive in das Franchise und macht das neue Spiel für den Nintendo 3DS vor allem für diejenigen interessant, die bisher keinen Zugang zur eigentlich spannenden Welt von Monster Hunter gefunden haben.

Nicht als Jäger, sondern als sogenannter Rider, startet ihr in die Geschichte des J-RPGs, das im Monster-Hunter-Universum angesiedelt ist. Im kleinen Dorf Hakum versteht man sich darauf, sich durch die Hilfe eines Bindungssteins mit den so genannten „Monsties“ anzufreunden, hinter denen sich die aus dem Franchise bekannten Monster verbergen. Damit läuft es in Hakum anders, als im Rest der Spielewelt. Der wird im Gegensatz zu Hakum von typischen Jägern bevölkert, die sich im Laufe der Handlung erst noch daran gewöhnen müssen, dass es Menschen gibt, die in den Monstern nicht nur Feinde sehen. Themen wie Freundschaft und gegenseitiger Respekt stehen bei Monster Hunter Stories im Mittelpunkt.

Natürlich heißt das nicht, dass ihr gar nicht gegen Monster kämpfen müsst. Ganz im Gegenteil: Euch stehen nämlich trotzdem diverse Waffen und Rüstungen zur Verfügung, die ihr wie gewohnt durch verschiedenen Monster-Materialien beim Schmied herstellen lassen könnt. Anfangs kauft ihr diese mittels eurer „Zenny“ und wertet eure Ausrüstung nach Belieben auf. Später bekommt man durch Schmiede-Quests die Möglichkeit spezielle Monster-Ausrüstung herzustellen. Anders als in den bisherigen Monster-Hunter-Spielen fällt die Herstellung hier wesentlich simpler aus. So gibt es weniger Waffenarten als gewohnt und eure Rüstung besteht nur aus einem Stück. Das ist insofern aber praktisch, da man sich weniger im Crafting verliert und mehr Zeit für die Erkundung der riesigen Spielwelt hat.

Gut gerüstet könnt ihr in die Welt hinausziehen und Quests absolvieren. Dabei dienen die Monster nicht nur als Gefährten, sondern auch als Vehikel und können sowohl als Reittier als auch – je nach Typ – zum Fliegen, Schwimmen oder Springen benutzt werden. Eure Aufgaben unterteilen sich dabei in zwei Arten: Story-Quests, die selbstredend die Handlung vorantreiben, und Nebenquests, bei denen ihr den örtlichen Einwohnern helfen müsst und dafür Geld und Items erhaltet. Vor allem die Story-Quests führen euch durch die Regionen, die sich ganz im Stil der anderen Spiele in verschiedene Klimazonen unterteilen. Die Rahmenhandlung ist durchweg spannend, unterteilt sich später sogar in Nebenstränge und setzt auf viele coole Charaktere.

Nicht nur die umfangreiche Geschichte unterscheidet Monster Hunter Stories von anderen Monster-Hunter-Titeln, denn ihr könnt in der offenen Welt zwar ebenso viele Materialien, wie Kraut oder Pilze finden, allerdings fällt das lange Herumprobieren ebendieser weg, denn das Menü gibt euch nun direkt an, welche Items ihr verbinden könnt. Je nach erfüllten Quests erhaltet ihr Zugang zu mehr Gegenständen. Dabei ist ihre Wirkung sehr oft an die „Originale“ der anderen Ableger angelehnt, was gerade eingeschworenen Fans gefällt.

Die allergrößte Änderung ist aber das Kampfsystem, das typisch für J-RPGs rundenbasiert daherkommt. Ihr übernehmt dabei die Steuerung eures Charakters sowie eures Haupt-Monsties und könnt bei euren Angriffen, neben den individuellen Skills eures Monsters, auf Geschwindigkeit, Kraft und Technik setzen. Das führt zu heißen Duellen im Stil von Stein, Schere und Papier, wenn es darum geht, welcher Angriff mehr Schaden anrichten soll. Das Highlight jedes Kampfes ist aber die Bindung, die ihr nach einigen gut platzierten Treffern einsetzen könnt. Dabei nehmt ihr auf eurem Monstie Platz und kombiniert eure Angriffe – oder führt einen Super-Skill aus, der samt cooler Animation daherkommt.

Fans der bisherigen Spiele werden sich auf ein Wiedersehen mit vielen bekannten Monstern aus allen Generationen freuen. Ebenso gibt es wieder einen Multiplayer (diesmal sogar mit PVP!) und natürlich hat Capcom sehr viele Aspekte von Monster Hunter auch in diesem Spiel angewendet. Wer also Bedenken hat, dass er mit der neuen Gangart nicht zurecht kommt, sei zumindest soweit beruhigt, dass viele bekannte Elemente in das RPG-Konzept eingeflossen sind. Etwas gewöhnungsbedürftig ist dabei allerdings die Optik, die im Anime-Style gehalten ist und sich damit deutlich vom bisherigen Grafikstil unterscheidet. Das bedeutet aber nicht, dass Monster Hunter Stories schlecht aussieht, denn die grafische Umsetzung des Spiels ist wirklich gelungen.

Einziger Knackpunkt: Der teilweise hohe Schwierigkeitsgrad, den Veteranen kennen und schätzen, wurde nicht übernommen. Es erwarten einen zwar immer wieder spannende Herausforderungen, wer aber im Bereich J-RPG bzw. Pokémon schon Erfahrungen hat, wird hier zumindest im ersten Drittel des Spiels nicht wirklich Probleme bekommen. Echte Brocken warten erst in der zweiten Spielhälfte, wenn man es dann mit ehemaligen Flagship- bzw. Highrank-Monstern zu tun bekommt.

Der Weg ist klar: Monster Hunter Stories vereinfacht einige Aspekte seiner Geschwister, baut dafür allerdings den Story-Anteil deutlich aus. Dazu kommt eine wesentlich buntere Grafik mit deutlichem Einschlag aus dem Anime-Bereich. Das spricht vor allem die an, denen Monster Hunter generell zu altbacken oder speziell war, schafft es im gleichen Atemzug aber auch Veteranen zu erfreuen, die so noch viel mehr mit den eigentlichen Stars der Spiele, also den Monstern, in Berührung kommen. Durch die Kombination mit dem Anime „Ride On“, der zumindest auch auf Englisch im »Nintendo Anime Channel« zur Verfügung steht, ist die Ähnlichkeit mit Pokémon kaum zu übersehen. Das spricht aber nicht gegen das Spiel, denn Monster Hunter Stories findet seinen ganz eigenen Platz im Herzen der Spieler und könnte sich rasch zu einem zweiten wichtigen Strang für die Marke entwickeln. Wir sind auf jeden Fall begeistert und können uns nicht mehr vom 3DS losreißen. Monster Hunter Stories ist der Handheld-Geheimtipp im Herbst.

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Gepostet von am 19.09.2017 | Keine Kommentare

In Japan längst ein Teil der Pop-Kultur, sind die Spiele aus SEGAs »Yakuza«-Serie bei uns eher unterhalb des Radars zu finden. 2006 noch pompös mit englischer Sprachausgabe auch hierzulande für die PlayStation 2 veröffentlicht, scheiterte das Gangster-Epos, das in Japan bereits 2005 erschien und ein Riesen-Hit wurde, an den Ladenkassen und wurde zum finanziellen Flop – wenngleich die Wertungen im soliden 70er-Bereich landeten. Die Konsequenz von SEGA: Yakuza wird als „wenig relevant“ für den westlichen Markt erachtet und nur mit großer Verspätung lokalisiert. Jeder Teil erscheint daher mit mehr als einem Jahr Verzögerung. Da ist es also wenig verwunderlich, dass die Reihe an vielen Spielern vorbeiging.

Anderthalb Jahre nach Release in Japan erscheint nun mit »Yakuza Kiwami« die HD-Neuauflage eben jenen Erstlings auch bei uns. Nicht nur aufpoliert, sondern gleich mit neuer Engine, mehr Inhalten und frischer Vertonung im Gepäck, macht sich SEGA auf, die westliche Welt zu erobern. Dass wir mittlerweile sogar einen physischen Release bekommen, spricht sehr dafür, dass vor allem der Vorgänger »Yakuza 0« auch bei uns mehr als nur ein Achtungserfolg wurde. Nun ist es an der Zeit, dass wir die Wissenslücke füllen und das erste große Abenteuer des „Drachen von Dojima“ noch mal neu erleben.

Die „Yakuza“ sind die organisierte Kriminalität Japans. Yakuzas verstehen sich dabei sowohl als Gangster, aber auch als Geschäftsleute. In Japan ist Kleinkriminalität eher unüblich und so konzentriert sich auch die Yakuza weniger auf einfache Bürger, sondern mehr darauf, in ihrem Einflussgebieten alle Zügel in der Hand zu halten (Schutzgeld, Nachtclubs, Immobilien usw.). Teilweise arbeiten Yakuzas auch mit der Polizei zusammen, um zum Beispiel ausländischer Kriminalität keine Chance auf einen Nährboden in Japan zu geben. Die Strukturen der Yakuza sind an die Ränge der Samurai angelehnt.

Eigentlich liefen die Tage für Protagonist und Vorzeige-Yakuza Kazuma Kiryu schon mal besser: Kurz vor seine Beförderung in die höheren Familienkreise, werden seine besten Freunde Akira Nishikiyama und Yumi Sawamura in den Mord an einem Clan-Oberhaupt verwickelt. Kazuma hält für beide den Kopf hin, was ihn nicht nur direkt ins Gefängnis bringt, sondern seine Yakuza-Karriere auf einen Schlag beendet. 10 Jahre später ist er wieder in seinem alten Revier, einem fiktiven Stadtteil von Tokyo, zurück, doch die Dinge haben sich geändert. Kazuma hat im Knast viel von seiner einstigen Stärke verloren, Yumi ist spurlos verschwunden, Akira mittlerweile zum skrupellosen Gangster mutiert und die Stimmung zwischen den Familien angespannt. Obendrein hat auch noch irgendwer die Clan-Kasse geklaut. Kazuma gerät zwischen die Fronten und muss nicht nur Yumi wiederfinden, sondern auch seine Ehre wiederherstellen.

Auf unserem Kreuzzug durch das Nachtleben Tokyos folgen wir dabei nicht nur der rund 20 Stunden langen – von Spannung und Intrigen geprägten Haupt-Story – sondern haben auch eine mannigfache Auswahl an Nebenbeschäftigungen und kleineren Missionen. Gerade was die eher witzig geprägten Social-Elemente angeht, staunt sogar ein gestandenes GTA nicht schlecht, wenn wir mit Kazuma Dart spielen, in eine Karaokebar gehen, das nächstgelegene Restaurant aufsuchen, eine Runde an der Bowlingbahn abhängen, Würfeln, Mahjong spielen oder einen Host-Club besuchen. Letzteres ist sogar ein heimliches Highlight der Serie, da Kazuma hier mit seinem Charme die Herzen der Damen erobern kann. Daraus ergeben sich nette Minigames. Das Angebot des Vergnügungsviertels ist riesig und glücklicherweise gibt es im Pause-Menü eine Übersicht, damit wir auch ja nichts verpassen können. Ganz verpassen dürfen wir es nämlich nicht, denn auch diese Tätigkeiten bringen uns wichtige Erfahrungspunkte.

Völlig neu ist außerdem das „Majima Everywhere“-Feature, bei dem der völlig wahnsinnige Majima ständig auftaucht, um Kazuma mittels Kampfeinlagen dabei zu helfen, seine alte Form wieder zu erreichen. Majima spielte im ersten Yakuza eigentlich eine untergeordnete Rolle, doch dank seines Erfolges in »Yakuza 0« dürfen wir ihm in Kiwami des Öfteren begegnen und gegen ihn antreten. Dadurch erhalten wir spezielle Fähigkeiten, die sich im restlichen Spiel als wirklich nützlich erweisen. Wenn gleich seine Rolle eher ein Spaß für nebenher ist, bringt das Feature eine gewisse Unvorhersehbarkeit mit sich.

Aber nicht nur Majima wurde völlig überarbeitet, auch andere Teile des Urspiels wurden angepasst, um besser ins Bild von Yakuza 0 zu passen. Fans dürfen sich hier auf 30 Minuten an neuen Zwischensequenzen freuen. Sogar das erweiterte Kampfsystem – eigentliches Herzstück der Yakuza-Spiele – wurde aus Zero übernommen. So finden wir die bekannten Kampfstile aus dem Nuller wieder und müssen als Kazuma mit Händen, Füßen und im Notfall auch mit einem Motorrad als Waffe unsere Gegner malträtieren. Der (weitestgehende) Verzicht auf Schusswaffen gibt der Reihe ihren ganz besonderen Charme. Dank der neuen Stile haben die Kloppereien, die auf mächtigen Finishern und Kombos aufbauen, noch mal mehr Dynamik.

Aus technischer Sicht ist Kiwami keine von diesen hochskalierten HD-Remakes von der Stange, denn das Spiel wurde komplett überarbeitet – samt aktualisierter Engine. Nicht nur, dass das Spiel durch die nativen 1080p und 60 FPS gestochen scharf und wesentlich flüssiger läuft. Die Charaktermodelle und Texturen haben die Qualität von »Yakuza 0« und auch die Umgebung erstrahlt im neuen Glanz. Bei unseren Rundgängen durch das Nachtleben von Tokyo sehen wir von Leuchtreklame überwucherte, sehr belebte Straßenschluchten in großartiger Qualität. Vom PS2-Spiel ist da nur noch die Erinnerung übrig geblieben.

Glücklicherweise hat SEGA auf die englische Vertonung verzichtet (die sowieso Grütze war) und liefert den Fans eine vom Original-Cast neu eingesprochene Vertonung auf Japanisch. Mittels englischer Menüs und Untertitel dürfte aber auch hierzulande jeder irgendwie alles verstehen. Notfalls hilft ein Wörterbuch! Allerdings muss man wirklich darauf hinweisen, dass Yakuza kein Spiel für den westlichen Markt ist und – ebenso wie auch Persona 5 – die typischen Eigenheiten japanischer Games mit sich bringt. Nicht alle Handlungsstränge ergeben Sinn und Dialogszenen sind oft sehr ausschweifend. Manche Stellen wirken sogar etwas „peinlich“. Man braucht also schon etwas Offenheit für die Gangart aus Fernost. Die lohnt sich aber umso mehr, denn Yakuza Kiwami ist ein absolut großartiges Spiel.

Was natürlich etwas ins Gewicht schlägt, ist der direkte Vergleich mit Yakuza 0. Obwohl der nullte Teil zeitlich vor dem Erstling angesiedelt ist, allerdings viele Jahre später und technisch sehr ausgereift erschien, kam er mit mehr als 100 Stunden Spielzeit deutlich umfangreicher daher. Yakuza Kiwami ist an das Volumen des PS2-Klassikers gekettet und steht damit weit hinter seinen Nachfolgern. Das merkt man schon daran, dass wir in Kiwami wirklich nur Kazuma steuern, während wir in späteren Teilen die Kontrolle über mehrere Hauptcharaktere übernehmen. Auch die Qualität der Nebenhandlungen ist eher durchwachsen und lässt sie als „nett gemeintes Beiwerk“ erscheinen. Das trübt zwar nicht das Spielerlebnis, wird aber gestandenen Fans auf jeden Fall ins Auge stechen.

Elf Jahre nach dem ersten Versuch schlägt »Yakuza Kiwami« in bester Verfassung in Deutschland ein und zeigt, dass wir in all den Jahren mächtig was verpasst haben. Rein inhaltlich kann der Erstling, da er an seinen eigenen Limitierungen knabbert, nicht mit dem Umfang von Yakuza 0 mithalten, ist aber dennoch eine Bereicherung für die Fans, die noch mal die spannende Geschichte zwischen Kazuma und Akira erleben oder einfach die Wartezeit auf den 6. Teil überbrücken wollen. 

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Gepostet von am 12.09.2017 | Keine Kommentare

Es ist das „Jahr der Switch“, Nintendos neue Konsole ist frisch auf dem Markt und muss sich beweisen. Beweisen, dass sie neben innovativer Gimmicks auch klasse Spiele bietet. Um hier nicht denselben Fehler wie damals bei der Einführung der Wii U zu machen, setzt Nintendo voll auf seine größten Hausmarken: »The Legend of Zelda« und »Super Mario«. Während Links Open-World-Abenteuer schon mächtig Preise abgeräumt hat, geht Nintendo auch bei seinem Klempner auf Nummer sicher: Gleich zwei große Mario-Spiele soll es 2017 geben. Auf das Hauptspiel »Super Mario Odyssey« warten wir noch bis zum Oktober, »Mario+ Rabbids: Kingdom Battle« hingegen steht seit einigen Tagen in den Läden und ist ein Crossover mit Ubisofts quirligen Hasen, den Rabbids.

Die Rabbids stammen dabei eigentlich aus einem anderen Jump’n Run, nämlich aus „Rayman“, und sind seit 10 Jahren dabei, in der Videospielewelt Fuß zu fassen. So wirklich gelingen wollte das bisher eher mittelmäßig, denn der nervige Humor taugte zumeist nicht für größere Produktionen. Bis auf ein paar kleinere Erfolge war bei den Hasen also noch nicht so viel los.

In der Welt von Super Mario hingegen sorgen sie für ordentlich Abwechslung und stechen deutlich hervor. Wem die moralisch einwandfreie Fassade von Toad und Co. nämlich zu kindlich ist, der bekommt mit den Rabbids genau die richtige Menge „WTF“ ins Gesicht gedrückt, sodass der Kontrast alleine schon ein Grund ist, sich das Spiel genauer anzuschauen. Dazu gesellt sich außerdem noch ein astreines Kampfsystem, das sogar Strategieveteranen herausfordert. Man kann auf jeden Fall festhalten, dass Ubisoft deutlich stärker von der Kooperation profitiert, denn auf den Schultern von Mario schaffen es die Rabbids endlich mal, ein hitverdächtiges Spiel zu bekommen.

Aber wie kommt es eigentlich zu dieser ungleichen Begegnung? Ehrlich gesagt ist die Vorgeschichte, ebenso wie die Rabbids selbst, ziemlicher Mindfuck. Als die chaotischen Hasen nämlich mittels ihrer Zeitreise-Waschmaschine in den Besitz einer VR-Brille gelangen, mit denen sich Objekte und Personen miteinander fusionieren lassen, ist das Unheil praktisch vorprogrammiert. Durch ein riesiges Wurmloch gezogen, landen die Rabbids im Pilz-Königreich, wo sie sofort für das typische Chaos sorgen. Zum Glück ist Mario direkt vor Ort, um ein unfreiwilliges Bündnis mit den Rabbid-Versionen von Peach und Luigi sowie dem besserwisserischen Roboter Beep-0 einzugehen. Zusammen müssen das Quartett die Brille wieder in ihren Besitz bringen und das im Kuddelmuddel versinkende Pilz-Königreich retten. Später gesellen sich auch noch weitere Charaktere mit dazu.

Mario + Rabbids verbirgt dabei Spielelemente, die sich nicht direkt an Casual-Zocker richten. So puzzeln wir uns durch die verschiedenen Areale des Spiels und werden dabei immer wieder in Schlachten mit den feindlichen Rabbids verstrickt. Hier kommt dann auch gleich das Kampfsystem des Spiels zum Einsatz, das sehr stark an die Fire-Emblem-Reihe angelehnt ist und Mario + Rabbids zu einem waschechten Strategie-Rollenspiel macht, das sogar Paper Mario in den Schatten stellt.

Kurz gefasst treten wir mit unserem Team in den Kampf und müssen verschiedene Objectives erledigen. Zum Beispiel eine bestimmte Anzahl Gegner besiegen, einen markierten Punkt erreichen oder einen freundlich gesinnten NPC eskortieren. Wir haben für jeden Charakter drei Züge pro Runde: Einen für die Bewegung, einen für den Angriff und einen für Buffs. Dazu kommen diverse Spezialfähigkeiten sowie Kombo- und Team-Attacken. Am Ende winkt dann eine Bewertung je nachdem wie viele unserer Helden noch stehen und wie viele Züge wir gebraucht haben. Dafür gibt es Erfahrungskugeln und 

Die Lernkurve dahinter ist extrem hart: Während wir die ersten Schlachten noch mit Leichtigkeit schaffen, wird es recht schnell sehr anspruchsvoll und wir müssen in den oft Minuten langen Kämpfen ganz schön aufpassen, da ein falscher Zug unser Ende sein kann. Besonders die Bosskämpfe sind hier besonders schwer und haben uns nicht selten ins Schwitzen gebracht. Dafür ist es elementar wichtig, bei Skills und Ausrüstung, die ihr mit gesammelten Münzen und Erfahrungskugeln erweitern könnt, immer auf dem neuesten Stand zu sein.

Wem das alles allerdings zu kompliziert ist, der kann auch im „Einfachmodus“ spielen und so jeden Kampf mit besseren Voraussetzungen (und dem Gewissen, eine Lusche zu sein) gewinnen.

Untermalt wird der Spaß von einem orchestralem Soundtrack, der überaus pompös daherkommt und streckenweise Kino-Niveau erreicht. Rein optisch passt sich das Spiel gut an Mario an sodass man gar nicht merkt, dass diesmal nicht Nintendo selbst, sondern die Studios von Ubisoft die Entwicklung übernommen haben. Grafisch gibt Mario + Rabbids auf der Switch ein sehr rundes Bild ab.

Einzig beim Backtracking muss ich meckern: Im Spielverlauf erlernt Beep-0 immer wieder neue Fähigkeiten, mit denen wir zusätzliche Bereiche in bereits besuchten Regionen erreichen können. damit schalten wir u.A. Rätsel frei oder finden nützliche Schatzkisten. Leider bringt das auch den Umstand mit sich, dass wir jeder Karte noch mal abgrasen müssen, um die Secrets zu finden. Das hätte man auch angenehmer lösen können.

Fazit: Bitte mehr davon!

Mario + Rabbids: Kingdom Battle ist ein irrwitziger Spaß, der das beste aus zwei Welten miteinander vereint. Das Fantasy-Reich rund um Mario und seine Pilz-Freunde trifft auf die abgefahrenen und über alle Maße verrückten Rabbids. Daraus resultieren viele Lacher und ein cool forderndes Kampfsystem, das mit seinen strategischen Möglichkeiten für reichlich Spieltiefe sorgt. Es wäre mehr als nur wünschenswert wenn daraus eine neue Reihe entsteht, denn Mario + Rabbids macht auf jeden Fall Lust nach mehr!

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Gepostet von am 02.09.2017 | Keine Kommentare

Vor ein paar Tagen hatte ich eine kleine Kolumne zu »Deadly Premonition« geschrieben und das Spiel trotz miserabler Technik in den Himmel gelobt. Als @grumpyconny und ich letztens nach der zweiten Zock-Session zum Ausklang noch eine kurze Runde durchs erste Silent Hill drehten (Die Reihe war ja definitiv eine Inspirationsquelle von Deadly-Mastermind Swery), wurde ich plötzlich nostalgisch. Es ist unglaublich, wie viel „Silent Hill“ schon im Erstling steckte und wie geschickt diese Elemente auch in den späteren Teilen immer wieder verwendet wurden. Leider scheint der Serie die Puste ausgegangen zu sein. Nach dem eher mittelmäßig angenommenen »Downpour« und der verpatzten Chance mit »Silent Hills« die Reihe wiederzubeleben, ist es tatsächlich ruhig um den Stillen Hügel geworden.

Als waschechter Fan von Survial Horror gibt es für mich drei große Serien: Resident Evil, Project Zero und eben Silent Hill. Irgendwie gehört auch noch »Alone in the Dark« mit dazu, allerdings empfand ich die Spiele immer als totalen Schrott. Mein Favorit ist zwar Capcoms Zombie-Odyssee , aber die Ableger von Silent Hill, vor allem „Homecoming“ und Silent Hill 2, hatten für mich immer einen ganz besonderen Status. Generell ist gerade die optische Präsentation von Silent Hill einfach unschlagbar. Diese Mischung aus von Alkohol geschwängertem Selbstmitleid, bizarrer Story und alptraumhaften Kindheitserinnerung ergibt einen Cocktail, den ich immer wieder gerne genieße. Hier ist Gaming zweifelsohne Kunst.

Obwohl der Erstling 1999 noch den Ruf eines Wellenreiters innehatte, konnte Konami schnell beweisen, dass das Grundkonzept des Gameplays zwar entfernt an den damals unschlagbaren Genre-König Resident Evil angelehnt war, ansonsten aber durch sein Spiel mit der Psyche des Rezipienten eine damals ungewohnte Tiefe erreichte. Es war – pardon – „ziemlich kranker Scheiß“, aber eben genau die Art von „krankem Scheiß“, auf die man Bock hat. Silent Hill ist dreckig, verstörend und absolut surreal. Hier gibt es keine „Evil Corp“, die mittels Verschwörung die Welt erobern will – Silent Hill war und ist ein depressiver Abstieg in den verrottenden Keller der eigenen Seele. Ein spannender Höllentrip ohne wirkliches Happy End.

Unterstützt wurde die ohnehin schon beklemmende Grundstimmung dabei von einem Soundtrack, dessen Macher Akira Yamaoka für mich so untrennbar mit den Spielen verbunden ist, dass sein Ausstieg für mich DER Grund war, Downpour lange Zeit nicht zu spielen. Seine musikalische Untermalung, vor allem die Tracks zusammen mit Sängerin Mary Elizabeth McGlynn, laufen bei mir noch heute regelmäßig durch die Playlist (einige Stücke findet man sogar bei Spotify).

18 Jahre nach dem ersten Silent Hill hört man fast nichts mehr von der morbiden Kleinstadt. Das letzte große Aufbäumen, mit Hideo Kojimas „Silent Hills“ (das als Playable Teaser bzw. PT für Aufsehen sorgte), wurde ohne Angabe von Gründen eingestampft – zusammen mit der Entlassung von Kojima höchstpersönlich. Er, der mit seinen Metal-Gear-Solid-Spielen maßgeblich am Erfolg von Konami verantwortlich war, wurde ohne Angabe von Gründen aus dem Unternehmen verbannt und mit jahrelangen Repressalien belegt. Damit verlor Konami nicht nur sein bekanntestes Gesicht, sondern die Marke „Silent Hill“ auch ihre Chance auf einen Neuanfang. Den hätte die Serie unbedingt benötigt, denn das klassische Genre der Survial-Horror-Games steckt seit Jahren in der Krise. Verglichen mit Capcoms Resident Evil 7, das bereits ansatzweise konsequent mit der Zeit ging und wesentliche Kerne des Gameplay überarbeitete, den Fokus wieder weg vom Shooter in Richtung Atmosphäre rückte, hätte Silent Hills eine wahre Offenbarung werden können, die seinesgleichen gesucht hätte. Aber eben nur „hätte“..

Bei Silent Hill blicken wir zuletzt auf das eher mittelmäßige „Downpour“ zurück, das vor allem durch seine technischen Probleme, den Fokus auf Action sowie den Wegfall vom Gott-Komponisten Akira Yamaoka eher negative Erinnerungen bei den Fans hinterlassen hat. Da Konami bereits offiziell verlauten lies, keine weiteren Pläne für Triple-A-Games außerhalb seiner Fußball-Marke „Pro Evolution Soccer“ zu haben, sieht es eher dürftig bezüglich Chancen auf ein Revival aus. Gerüchteweise soll ja Sony bereits Interesse an der Marke Silent Hill haben, aber ob da etwas dran ist, steht in den Sternen.

Schade ist vor allem, dass die Macher der Serie mit „Shattered Memories“ eigentlich bereits visionäre Ideen umgesetzt hatten. Im eher auf Atmosphäre und Psychospielchen ausgelegten Sequel erleben wir die Handlung vom ersten Teil noch mal in stark veränderter Form. Dabei verzichtet das Gameplay völlig auf den Gebrauch von Waffen und setzte, neben dem Einsatz eines Smartphones für die Detektivarbeit, auf ein Feature, das wir zuletzt in Until Dawn wiedergefunden haben: Zwischen den einzelnen Kapiteln sitzen wir bei einem Psychologen, der uns teilweise bizarre Fragen stellt. Anhand unserer Antworten ermittelt das Spiel dann ein Profil und passt seinen Ablauf unseren Ängsten an.

Aus heutiger Sicht wäre das der perfekte Weg für Silent Hill gewesen, aber Shattered Memories erschien einfach zu früh und mit der Nintendo Wii (später auch noch auf der PS2) einfach auf der falschen Plattform. Ein paar Jahre später und es wäre ein Megahit geworden, der das komplette Genre neu definiert hätte, und wäre nicht nur als weiterer fehlgeschlagener Versuch der Reihe geendet, seinem eigenen Exodus entgegenzuwirken.

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Gepostet von am 19.07.2017 | 1 Kommentar

Zugegeben, auf den ersten Blick ist »Deadly Premonition« alles andere als ein Anime-Game. Ganz im Gegenteil, das umstrittene Adventure aus der Hand von Hidetaka „Swery“ Suehiro orientiert sich sehr stark am westlichen Markt und klaut in vielen Bereichen sogar von einer der bekanntesten US-Serien – nämlich von Twin Peaks. Während die Vorlage nahezu aller modernen Mysterie-Serien aktuell mit Staffel 3 wieder im Fernsehen ist, wird auch Deadly Premonition erneut ausgegraben. Auf Steam ist das Spiel derzeit sogar mit einem fetten 90-Prozent-Rabatt zu haben (Kaufempfehlung!). Als Deadly 2010 erstmals erschien konnte es allerdings wenig Lorbeeren ernten. Warum ihr den abgefahrenen Horrorkrimi trotzdem spielen solltet, verrate ich euch jetzt.

Es hat einen gut erklärbaren Grund, warum die Wertungen von Deadly Premonition seiner Zeit so weit auseinander gingen. Während Destructoid das Spiel mit einer glatten 10/10 als „nahezu perfekt“ lobte, wurde Deadly von IGN mit 2/10 herbe abgestraft. Und das zu Recht. Rein aus technischer Sicht ist der Titel schon damals maßlos veraltet erschienen und hat euphorische Käufer komplett verstört. Deadly Premonition ist optisch gesehen ein schlechter Witz und möchte einem die ganze Zeit „bitte töte mich!“ entgegenrufen. Die Sound-Kulisse ist hölzern, nahezu alle Geräusche klingen wie rudimentär mit dem alten Spielzeug-Rekorder selbst aufgenommen und die Musikuntermalung ist – bis auf wenige echt kultige Tracks – eher fade. Dazu gesellt sich eine unübersichtliche Karte (auf der man keine Wegpunkte festlegen kann..) und ein Fahrzeug, das sich so unendlich behäbig steuert, dass jeder Panzer feixend daran vorbeizieht.

Eine kleine Anmerkung an dieser Stelle: Dass die Technik in Deadly Premonition so veraltet wirkt, liegt vorwiegend daran, dass das 2007 enthüllte Projekt ursprünglich für die PlayStation 2 geplant war. Während die neuere PS3 noch wie Blei in den Regalen lag, wollten die Entwickler wohl einfach auf die größere Kaufkraft setzen. Nach vielen Irrungen und Wirrungen erschien Deadly dann aber erst drei Jahre später für die Xbox 360 und war, gemessen am Standard der Konsole, grafisch ein Desaster. Auf der PS2 hingegen wäre es ein durchschnittlich schönes Spiel gewesen. Dass Games für Vorgänger-Konsolen erscheinen ist in Japan normal. Während westliche Publisher immer eher auf die modernste Plattform setzen, gehen japanische Spielefirmen vor allem danach, wo sich das Spiel besser verkaufen würde.

Wenn ihr jetzt abgeschreckt seid und euch fragt, wie man so ein Spiel ernsthaft auf die Massen loslassen konnte, dann gesellt ihr euch wunderbar zum übermäßigen Teil damaliger Kritiker. Da konnte selbst der Directors Cut, der mit verbesserter Steuerung und leicht aufgehübschter Grafik daherkommt, wenig dran rütteln. Deadly Premonition ist tatsächlich Schrott – gemessen an üblichen Wertetabellen.

Mit diesem Wunderwerk der Technik wurde die Sound-Kulisse in »Deadly Premonition « wahrscheinlich aufgenommen.

Jetzt könnte man das Spiel an dieser Stelle getrost ignorieren, da es den Ansprüchen moderner Gamer in kaum einer Weise genügt. Allerdings gibt es da auch noch die andere, wundervolle, Seite von Deadly Premonition, die mich schon nach kurzer Zeit gefesselt hat und das Spiel zu einem Geheimtipp macht. Mit seiner unverkennbaren Nähe zu Twin Peaks, dem Mix aus Silent Hill und Project Zero sowie einer gewissen (oft technisch bedingten) Cheesiness, mischt Swery viele coole Elemente zusammen, die am Ende ein eigenwillig rundes Erlebnis ergeben.

Wir befinden uns in der scheinbar verschlafenen Stadt Greenvale, die irgendwo im Nichts liegt und so gut wie jedes Mysterie-Klischee erfüllt. Dichte Wälder, skurile Einwohner, ein Sägewerk (es muss einfach IMMER ein Sägewerk geben!) sowie ein muffeliger Sheriff im Cowboy-Look, dem es offensichtlich ziemlich stinkt, dass Protagonist Francis ‚York‘ Morgan die Ermittlungen am bizarren Mord an Highschool-Schönheit Laura Palmer Anna Graham übernimmt oder überhaupt Interesse an den Geschehnissen in und um Greenvale herum zeigt. Greenvale schreit einfach schon danach, dass es unter der schönen Fassade mächtig brodelt.

‚York‘ selbst (wie unser Hauptheld genannt werden will und das auch jedem ungefragt sofort aufs Auge drückt) kommt auch nicht ohne erweiterte Charakter-Eigenschaften aus. So führt er ständig mit seinem imaginären Freund „Zach“ ziemlich einseitige, aber recht amüsante Gespräche, in denen er quasi die aktuellen Geschehnisse kommentiert. Darüberhinaus hat er eine nahezu abgöttische Liebe zu Kaffee (ein deutlicher Hinweis auf sein Twin-Peaks-Gegenstück Agent Cooper) und liest jeden Morgen horoskopartig aus seiner Kaffeesahne.

Glücklicherweise wurde das Spiel kurz vor Release noch mal einer kleinen Überarbeitung überzogen, was die Nähe zu Twin Peaks im Allgemeinen angeht. Zwar ist die Welt von Deadly Premonition in seinen Grundzügen nahezu gleich aufgebaut, doch der Handlungsverlauf unterscheidet sich merklich. Das wird vor allem darin deutlich, dass wir in Deadly einen festen Antagonisten haben – den „Raincoat-Killer“. Der tritt ähnlich wie Pyramid Head aus Silent Hill immer wieder auf den Plan und bringt uns in Bedrängnis. Außerdem ist das Spiel im Vergleich zur Serie deutlich mehr auf Action aus, was sich in der „Anderswelt“ wiederspiegelt. Auch das kennen wir bereits aus Silent Hill. Immer wieder verlässt York die Realität und muss sich in einer Art Alternativ-Welt gegen zombie-ähnliche Dämonen zur Wehr setzen und kleinere Puzzles lösen. Das klingt erst mal spannend, entpuppt sich aber als Schießbude – zumal der Schwierigkeitsgrad im Director’s Cut fixiert wurde und deutlich zu leicht ausfällt.

Das ist aber nicht weiter wild, denn der Fokus von Deadly Premonition liegt auf der Erkundung von Greenvale, der Interaktion mit den Neben-Charakteren und den sehr ausschweifenden Ermittlungen im Fall „Anna Graham“. Hier nimmt das Spiel leichte Züge von Persona 5 an, denn die Handlung ist in Tage unterteilt. Immer wieder müssen wir York ins Bettchen schicken, wenn die Story verlangt, dass wir eine Aktion erst am kommenden Tag ausführen. Daneben gibt es Beschäftigungen wie Angeln oder Autorennen, aber auch ganze Nebenquests und allerhand Sammelkram. Für die Erfüllung eines Story-Abschnitts haben wir eine bestimmte Zeit vorgegeben, dazwischen können wir alles mögliche Anstellen. Dieser Aufbau ist ziemlich ungewöhnlich für ein Survival-Horror-Game, aber da sich Deadly Premonition sowie nicht immer ernst nimmt, kann man das getrost als „typisch japanisch“ einordnen und um ehrlich zu sein sorgt gerade diese Auflockerung für ein wohliges Heimatgefühl und macht sehr viel vom Charme des Spiels aus.

Es ist einfach dieses Gemisch aus Grusel-Klassikern wie Project Zero oder Silent Hill, dem deutlichen Bezug zur Twin-Peaks-Vorlage und der technischen Cheesiness, das Deadly Premonition wirklich zu einem einmaligen Erlebnis macht. Die ungewollte Komik, zusammen mit der spannenden Story, der Spielwelt und den coolen Charakteren, sorgt für gute Unterhaltung – wenn man bereit ist, sich von den Macken des Spiels nicht direkt zur Deinstallation verführen zu lassen. Hier lohnt sich „Augen zu und durch“ wirklich, denn wenn einen Greenvale erst einmal gefesselt hat, lässt die Stadt einen so schnell nicht wieder los.

 

Bis zum 12.07 kann Deadly Premonition bei Steam für 2,49€ gekauft werden. Allerdings läuft die Version, ein letzter Fauxpas der Entwickler, nur mit 720p. Mithilfe des Community-Patches kann man das aber aushebeln und höhere Auflösungen einstellen.

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Gepostet von am 09.07.2017 | Keine Kommentare

 

Morgen erscheint der zweite DLC für Dark Souls 3 und will das epochale Hardcore-RPG würdevoll beenden. Dazu gibts sehr bald auch eine kleine Review hier auf Nanaone. Warum ich das hier erwähne, obwohl es ja um »Berserk and the Band of the Hawk« geht? Hidetaka Miyasaki, der Mastermind hinter den Souls-Games, ist es großer Fan der Beserk-Mangas und hat einige Elemente davon in seine Kult-Rollenspiele übernommen. Ob er auch Koei’s neue Actionverspielung für PC und PS4 gezockt hat? Er sollte es auf jeden Fall tun.

Alleine durch die Erwähnung von »Koei Tecmo« als Publisher sollte vielen klar sein, was sie hier erwartet: Die japanische Spieleschmiede hat die Welt von Berserk mit dem Gameplay seiner legendären Dynasty Warrior-Reige verknüpft. Damit reiht sich Berserk direkt neben andere Kollaborationen wie Gundam und One Piece ein.

In der Rolle des zunächst noch jungen Söldners Guts erleben wir die Geschichte der Golden-Age-Saga rund um den genannten Helden samt der berüchtigten Bande des Falken (oder einfach auch nur »Die Falken«), denen er sich unfreiwillig anschließt, nach. Nach dem kurzen Tutorial, in dem Guts bereits vollends zum „Berserker“ geworden ist, dreht die Uhr ein paar Zeiger zurück und wir starten mit der Belagerung einer Burg, an deren Ende Guts den Falken begegnet und durch eine Niederlage durch deren Anführer Griffith ihnen auch sogleich beitreten muss. Guts selbst ist eher der Einzelgänger, der mit seinem mächtigen Großschwert Gegnerhorden zermalt, ohne dabei auf ein Schild zurück zugreifen.

Das passt erstaunlich gut zur Gangart von Dynasty Warriors, die dem Gameplay zugrunde liegt. So unterteilt sich die Handlung in viele Einzelmissionen, in denen wir immer ein Schlachtfeld für uns entscheiden müssen. Das machen wir, in dem wir zusammen mit unseren Truppen die Oberhand gewinnen und feindliche Offiziere und Helden abservieren. Dafür gibt es auf den Karten immer unterschiedliche Kampfplätze und Einsatzziele, zwischen denen wir hin- und herwechseln. Das geht zu Beginn noch recht einfach und ohne viel taktisches Denken. Später hingegen müssen wir unsere Einheiten bereits im Strategiebildschirm vorab klug auswählen und auch mit unseren Ressourcen gekonnt umgehen.

Im direkt Gameplay hetzten wir also mit Guts durch das Getümmel und mähen abertausende Feinde um. Immer wieder füllen wir dabei unsere Kraftanzeige, mithilfe derer Guts seinem Ruf ein Berserker (Krieger im Blutrausch) zu sein, mit Bravur nachkommt und mächtige Spezialangriffe zünden kann. Das Highlight jeder Runde sind die Bossgegner, die uns mit ihrer hohen Angriffskraft und dicker Lebensleiste ganz schön auf Trab halten. Während wir es zu Beginn hauptsächlich mit menschlichen Gegnern zu tun bekommen, wechselt sich das Szenario sehr bald und Guts nimmt es mit Dämonen und anderen Geschöpfen aus der Unterwelt auf. Spätestens dann merkt man auch sehr stark, warum Dark Souls-Miyasaki eine Vorliebe für Berserk entwickelt hat.

Die Handlung selbst wird in Form von Texten und Zwischensequenzen erzählt. Besonders cool: Als Filmchen halten Ausschnitte der Golden-Age-Filme her, die optisch schon einiges hermachen. Schade nur, dass Koei anscheinend lediglich die Lizenz für die DVD-Version erworben hat und uns daher die deutlich bessere HD-Qualität fehlt, was im Vergleich zum eigentlich ziemlich scharfen Gameplay schon etwas absurd wirkt.

Zur Freude der Fans hält sich Koei größtenteils auf die Originalstory, wobei viele Nebenhandlungen übersprungen oder ganze Kapitel eingedampft werden. Das macht es zwar für Einsteiger leicht, sich in die Welt von Guts und Co. hineinzudenken, ersetzt die Filme oder Mangas aber in keinem Fall.

Die Vertonung kommt ganz stimmig daher, auch in Sachen Soundtrack darf man zufrieden sein. Für Deutschland wurden sogar extra noch mal die Bildschirmtexte lokalisiert – keine Selbstverständlichkeit bei Koei Tecmo. Auf PC und PS4 läuft das Spiel jeweils in Full-HD und schafft auch locker die konstanten 60fps, die bei so einem Actionspektakel natürlich nicht fehlen dürfen.

Fazit:„Berserk and the Band of the Hawk ist ein gelungener Ableger für alle Fans des Kult-Mangas. Schade ist natürlich, dass die Originalzwischensequenzen nur in DVD-Qualität daherkommen. Dennoch macht das blutige Metzelfest viel Freude und schafft es durch seinen sanften Einstieg auch neue Fans zu begeistern, die weder etwas mit Berserk oder Dynasty Warriors am Hut haben. Für Anime-Liebhaber in jedem Fall ein Muss.“

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Gepostet von am 27.03.2017 | Keine Kommentare

Seit dem 02. Februar 2017 wurde das im vergangenen Jahr veröffentlichte Naruto Shippuden: Ultimate Ninja Storm 4 um einen frischen DLC erweitert, der dem Ninjaspektakel einen komplett neuen Story-Modus schenkt. In „Borutos Geschichte“ erleben wir die Story des Films „Boruto: Naruto the Movie“ und erkunden in der Rolle von Narutos Sohn Konohagakure plus Umgebung. Für schlappe 20 Euro ist die Erweiterung „Road to Boruto“ erschwinglich und schenkt dem eher auf Kämpfe und Filmsequenzen beschränktem Grundspiel die Rückkehr zu alten Wurzeln. Hier mein Testbericht dazu.

Viele Jahre sind seit dem fulminanten Finale von Ultimate Ninja Storm 4 vergangen und so langsam nährt sich Boruto der legendären Chunin-Prüfung. Anders als Naruto, der elternlos aufgewachsen ist, leidet er unter dem Job seines Vaters. Naruto – mittlerweile Hokage – hat kaum Zeit für die Familie, was zu einem angeschlagenen Verhältnis zwischen Vater und Sohn führt. Als Sasuke, in dessen Rolle wir gleich zu Beginn der Handlung einen Kampf gegen eine neue Bedrohung – in form zweier Ninjas – absolvieren, in das Leben von Boruto tritt, empfindet dieser sofort Ehrfurcht und wünscht sich sein Schüler zu werden. Um Sasuke seine Kraft zu demonstrieren, lässt sich Boruto darauf ein, Testperson für ein neues Ninjawerkzeug zu werden, mit dem sogar ein Genin hochrangige Jutsus ausführen kann. Als obendrauf die beiden geheimnisvollen Ninjas, die bereits gegen Sasuke angetreten sind, auf den Plan treten und sich den neunschwänzigen Fuchs Kurama schnappen wollen, wird die Sache interessant.

Wir übernehmen im DLC die Rolle von Boruto und können uns, wie schon im Abenteuermodus des Hauptspiels, nahezu frei durch Konoha und Umgebung bewegen. Neben der Haupthandlung warten dabei noch viele Nebencharaktere und Sidequests darauf, von uns abgegrast zu werden. Damit gibt sich die Erweiterung spielerisch um einiges dynamischer als das Hauptspiel, denn wir erleben hier nicht nur die gewohnt packenden Kämpfe sowie die gut erzählte (und diesmal komplett in Ingame-Grafik aufgemachte) Story, sondern werden selbst ein Teil der lebendigen Spielwelt. Das passt sehr gut und erinnert an die Vorzüge von Ultimate Ninja Storm 3 – das für mich nach wie vor das Highlight der ganzen Serie ist. Road to Boruto spielt sich wieder mehr wie ein solides RPG, als ein reines Prügelspiel. Es macht unwahrscheinlich viel Spaß, sich abseits der Haupthandlung zu bewegen und mit den Bewohnern der Stadt zu interagieren. Dass es das im Hauptspiel nicht gab, lag natürlich daran, dass das letzte Drittel der Shippuden-Story fast nur noch aus dem vierten Ninjakrieg und dem Kampf gegen Madara Uchiha bestand. Trotzdem gab es dem Gesamtbild der Serie eine gewisse Inkonsistenz, denn so lagerte alle Rollenspiel-Elemente in den Abenteuermodus aus, der für sich selbst gesehen eher unspannend war. Road to Boruto punktet hier einfach durch sein Gesamtpaket, wobei der Umfang der Story der des Hauptspiels natürlich weit unterlegen ist. Dafür spielt es sich rund und wie aus einem Guss.

In Sachen Aufmachung wird dem Fan erneut alles geboten, was Entwickler CyberConnect 2 im Repertoire hat. Das Effektfeuerwerk während der heftigen Kämpfe kann sich mehr als sehen lassen und die animierten Zwischensequenzen sind mal wieder der Hammer. Die Inszenierung der Story ist mehr als gelungen und wirklich mitreißend.

Weitere Inhalte des DLC sind vor allem spielbare Charaktere, neue Kostüme, Kampfarenen und frische Spezialfähigkeiten. Der Hauptaugenmerk liegt deutlich auf der Story rund um Boruto. Für knapp 19.99€ ist das aber auch reichlich. Wer jetzt neu in Ultimate Ninja Storm 4 einsteigen will, kann sich zudem für rund 50€ das Komplettpaket inklusive Hauptspiel und DLC zulegen.

Für mich als Fan der Ultimate Ninja Storm Reihe ist Road to Boruto quasi das Sahnehäubchen auf der ohnehin schon sehr leckeren Torte.

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Gepostet von am 05.02.2017 | Keine Kommentare

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