Dass »Attack on Titan« in den letzten Jahren zu einem absoluten Kult-Anime erwachsen ist, ist hinlänglich bekannt. Wirklich überraschend ist, dass auch die Spieleumsetzungen ihren Job sehr gut machen. Ist ja schließlich nicht immer so.. Hier gab sich jüngst mit »A.O.T. 2« der neueste Kracher seine Ehre und entführt den Spieler in die ersten zwei Staffeln des Anime sowie in den erbitterten Kampf gegen die Titanen.

Diese haben nämlich vor rund 100 Jahren die Welt überrannt und einen Großteil der Menschheit verputzt. Da die laufenden Hochhäuser nur im Nacken verwundbar sind und sonst nicht sterben können, müssen sich die Menschen hinter 50 Meter hohen Mauern verstecken und fristen ein karges Leben auf engstem Raum. Wo es im ersten Teil noch direkt mit Manga-Held „Eren Jäger“ auf die Jagd ging, übernehmen wir diesmal die Steuerung eines eigenen Alter Ego, das wir per Charakter-Editor komplett anpassen können. An der Seite bekannter Figuren wie Mikasa, Armin, Sascha oder Jean melden wir uns für die Ausbildung zum Soldaten an und erleben danach den Angriff der Titanen auf die Stadt Trost.

Entwickler Omega Force und Publisher Koei Tecmo geben sich dabei allergrößte Mühe, alles so nah wie möglich an der Story des Animes zu orientieren. Vor allem die Zwischensequenzen, die in Spielgrafik gerendert sind, wirken dabei fast immer wie 1:1 umgesetzt – auch die japanischen Originalsprecher sind dabei. Deutsche Spieler erhalten immerhin lokalisierte Menüs und Untertitel.

Kerninhalt von A.O.T. 2 sind die streckenweise mehrteiligen Missionen, in denen es eigentlich immer darum geht Titanen zu töten. Dabei kommt das bekannte 3D-Manöver-Konzept zum Einsatz, was im Spiel erstklassig umgesetzt wurde. Es macht einfach übelst Laune, im Affenzahn über die Karte zu heizen und sich in waghalsigen Angriffen auf die Titanen zu stürzen. Dabei bietet jede Mission Haupt- und Nebenziele – letzteres bedeutet in der Regel dass wir einen bekannten Kameraden aus einer brenzligen Situation retten müssen, worauf dieser sich dann für die Dauer der Mission unserem Team anschließt und für Team-Attacken zur Verfügung steht. Das wird besonders dann ein Fest, wenn wir Elite-Kämpfer wie Levi oder Erwin an unserer Seite haben.

Die Missionen spielen sich flott, sind aber komplett repetitiv. Wirkliche Abwechslung bekommt man höchstens in den Dialogen geboten. Hier wird A.O.T. 2 vor allem etwas für Fans des Animes. Wer keine Ahnung von der komplexen Geschichte hat und sich nicht zumindest nebenher in Wikis beließt, wird schnell nur noch Bahnhof verstehen. Ein wichtiges Element des Spiel ist zum Beispiel die soziale Interaktion, bei der wir in Gesprächen mit Kameraden immer die richtige Antwort wählen müssen, um dadurch unseren Freundschaftsgrad zu erhöhen und neue Skills freizuschalten. Hier ist der im Vorteil, der zumindest grundlegend weiß, wie die Figuren ticken.

Zwischen den Missionen ist man in einer der Städte oder auf der Kaserne unterwegs. Hier gibt es neben den sozialen Funktionen und den kleineren Dialogen vor allem weitere Nebenmissionen (zum Erfahrungspunkte- und Materialiengewinn) und Shops. Ein wichtiger Punkt ist der ständige Ausbau unserer Ausrüstung, da die Titanen im Laufe des Spiels natürlich stärker werden. Das Konzept wirkt ehrlich gesagt etwas aufgesetzt und bietet kaum Motivation und ist nur deswegen relevant, da man sonst bald zu wenig Schaden macht, um eine hohe Bewertung im Missions-Schlussbildschirm zu erreichen.

Gekämpft wird in A.O.T. 2 immer auf großen Karten, auf denen wir an vorgegebenen Orten strategische Gebäude für den Nachschub, Materialenbeschaffung oder Geschütze aufstellen müssen. Da unsere Ressourcen nie für eine ganze Runde ausreichen, ist das Micromanagement hier wirklich wichtig und entscheidet über Sieg oder Niederlage. Allerdings ist das Ganze zum Glück keine Raketenwissenschaft und die Logik dahinter schnell verstanden.

Alles in allem ist A.O.T. 2 ein sehr gutes Beispiel für eine gelungene Anime-Spieleumsetzung und ein Muss für jeden Fan. Zwar könnten sich die Entwickler fürs nächste Mal noch um mehr Abwechslung bemühen, aber wer den Anime oder den Manga mag, wird sehr viel Spaß mit Attack on Titan 2 haben.

Weiterlesen

Gepostet von am 29.04.2018 | Keine Kommentare

Mit »Sword Art Online: Fatal Bullet« hat Bandai Namco hierzulande mittlerweile das vierte große Spiel zum Kult-Anime veröffentlicht und fixiert diesmal komplett den ersten Arc der zweiten Staffel, der sich in einem Online-Shooter, genannt „Gun Gale Online“, abspielt. Statt Zaubersprüchen und Drachen gibt es also Soldaten und mächtig Schießgewehr. Ein glatter Stilbruch mit den eher auf Fantasy-Rollenspiel ausgelegten Vorgängern, der aber erstaunlich gut funktioniert und einen guten Eindruck hinterlässt.

Die erste Verwunderung erreicht die Spieler von Fatal Bullet schon in der Charaktererstellung, denn während man in den vergangenen Spielen immer die Rolle von Serienheld Kirito übernahm, geht es diesmal mit einem ganz eigenen Avatar auf die Reise. SAO ohne Kirito!? Natürlich nicht, denn wir schließen schon nach wenigen Minuten Freundschaft mit dem schwarzen Schwertkämpfer und seiner Band. Die alte Truppe übernimmt diesmal allerdings eher die Position von Veteranen, die uns beim Einstieg ins Shooter-MMO helfen. Die Story selbst baut sich rund um unsere Sandkastenfreundin Kureha und die KI „Rei“ auf. Rei ist eine so genannte „Arfa-Sys“, also ein Helfer-NPC, den sich Spieler als festen Kumpanen ordern können. Unser Modell ist aber ein ganz seltenes, das man nur innerhalb eines Events erhalten konnte und dass wir direkt im Tutorial allen anderen Spielern vor der Nase wegschnappen konnten. Glück gehabt, denn Rei ist auch der Schlüssel, um ein neues Gebiet im Spiel zu erreichen, das durch ein frisches Content Update hinzukam und der Kern der rund 30-stündigen Handlung ist. 

Wie schon oben erwähnt tauschen wir die gewohnte Fantasy-Umgebung, mit ihren grünen Wiesen, klaren Flüssen und tiefen Wäldern, gegen ein post-apokalyptisches Setting einer Welt, die von massiven Alien-Angriffen geschwächt wurde. Wir beginnen unsere Reise auf der „SBC Glocken“, der Hauptstadt von Gun Gale Online, und erledigen erste Nebenquests in einer Techno-Ödnis, erforschen kleinere Dungeons und legen uns dabei mit Weltbossen an. Ein cooles Feature ist dabei, dass wir immer wieder von anderen (computergesteuerten) Spielern überfallen werden können, die uns, zusätzlich zu den ohnehin schon Massen an Gegnern, das Leben schwer machen. Sword Art Online will uns auch diesmal das Gefühl geben, in einem MMO unterwegs zu sein. Das funktioniert zwar auf spielerischer Ebene ganz gut, der Story fehlt es dadurch aber etwas an Fließkraft. Dramatische Spannung kommt hier keine auf.

Um alle Anstrengung gut zu überstehen braucht es Waffen, die wir im Spiel zu Hauf finden. Das Konzept hat fast schon Ausmaße von Diablo 3 erreicht – sogar ein Identifikation-Feature für seltenere Gegenstände ist dabei. Ob nun mit Maschinengewehr, Sniper, Pumpgun oder Raketenwerfer: Fatal Bullet hat für jeden Geschmack die richtige Waffe. Selbst ein Laserschwert ist mit dabei, wenn ihr besonders aktiv im Nahkampf sein möchtet. Eine ebenso coole Neuerung ist der Enterhaken, mit dem man sich an höher oder entfernt gelegene Orte befördert. Obendrauf erdrückt uns das Spiel mit einem umfangreichen Upgrade-System sowie vielen verschiedenen Buffs und Resistenzen, die wir als Bonuswerte auf Waffen und Rüstungen haben, teilweise umlagern können und generell eher schwer den Weg durch diesen Zahlendschungel finden. Das hätte man bestimmt auch einfacher lösen können. Wobei es dem Spielspaß zunächst keinen Abriss beschert, wenn man nicht sofort an seiner Ausrüstung herumschraubt. Eine weitere Neuerung ist, dass wir diesmal auch unsere Statuswerte komplett frei anpassen können. Nach jedem Level-up gibt es Punkte, die wir in grundlegende Werte investieren. Das müssen wir sogar doppelt machen, denn unser Arfa-Sys ist immer mit dabei und will ebenso gelevelt und mit neuer Ausrüstung versorgt werden.

Fatal Bullet wäre nicht Sword Art Online, wenn nicht starke Anleihen eines Social Simulators hätte. Nicht nur, dass wir mit allen mehr und weniger wichtigen Figuren Freundschaft schließen, können wir auch diesmal unseren Status bei einzelnen Charakteren so weit treiben, dass am Ende knisterndes Bettgeflüster auf uns wartet. Dazu gesellen sich etliche Dialoge, die in den meisten Fällen zwar mit den Originalsprechern vertont sind, aber ihrere schiere Menge hin und wieder den Spielfluss unterbricht, wenn wir mal wieder für über 15 Minuten in einer Konversation festhängen. Die deutschen Texte sind zwar gut geschrieben, aber hin und wieder tauchen auch Rechtschreibfehler auf. Das ist aber zu verkraften.

Echt schade hingegen finde ich, dass es auch diesmal wieder reichlich Passagen gibt, bei denen die Figuren zwar ein kurzes Abenteuer erleben, wir aber vor sterilem Hintergrund wirklich nur die Gespräche mitlesen können. Gerne wäre ich selbst auf der Schatzsuche dabei gewesen oder hätte gegen die Gruppe Spielerkiller gekämpft. In solchen Fällen Ganze dann leider wirklich eher ein Zeitdieb, da ich nicht mal sehe, was direkt passiert und mich nur darauf beschränke „durchzuklicken“. Auch die sich spielerisch stark wiederholenden Missionsinhalte hätten etwas abwechslungsreicher ausfallen können. In bester Call-of-Duty-Manier heißt es praktisch immer: „Schieß alles tot“. Das passt zwar zum Setting, kann aber auf die Dauer etwas langweilig werden.

Nicht getestet aber vorhanden ist ein Koop- und PVP-Modus, in dem Freunde und Spieler aus der ganzen Welt zusammenspielen können. Klingt gut, ist aber nichts für mich – daher bin ichs nicht angegangen.

Zu guter Letzt muss ich vor allem die Grafik und den Soundtrack loben. Die Unreal Engine 4 leistet gute Dienste, Fatal Bullet läuft auf dem PC richtig sahne und sieht auch sehr gut aus (für ein J-RPG im Anime-Stil). Auch die musikalische Untermalung und die Vertonung überzeugen. Das Titellied „Thrill, Risk, Heatless“ der bekannten Sängerin »LiSA« sorgt für die nötige Grundstimmung und ganz generell passt das audiovisuelle Erlebnis.

»Sword Art Online: Fatal Bullet« ist wohl nicht jedermanns Sache, weil der Umstieg vom Fantasy-Rollenspiel auf einen Shooter für die meisten Fans ungewohnt ist. Wer sich darauf einlässt bekommt aber ein astreines Spiel serviert, das für sich gesehen auch eine deutliche Weiterentwicklung der ganzen Reihe zeigt. Wer sich vom Setting nicht abschrecken lässt, erlebt hier wirklich das bisher beste SAO-Game.

Weiterlesen

Gepostet von am 28.03.2018 | Keine Kommentare

Es ist schon recht überraschend, dass Bandai Namco überhaupt eine lokalisierte Verspielung von »Seven Deadly Sins« für PS4 umsetzt. Warum? Im Gegensatz zu »Naruto«, »Dragon Ball« oder »One Piece« sind die sieben Todessünden als Anime hierzulande eher noch ein Nischenthema. Hätte Netflix wohl nicht einen Großteil der Serie bei sich im Programm, würden viele Anime-Fans die Marke überhaupt nicht, oder nur flüchtig, kennen. Rein inhaltlich hat man da auch nicht viel verpasst: Seven Deadly Sins ist typische Shōnen-Kost. Bedeutet: Charaktere mit übermenschlichen Kräften, großangelegte Kampfeinlagen und viel Fan-Service.

»Seven Deadly Sins: The Knights of Britannia« orientiert sich dabei komplett am Anime und handelt die Fantasy-Geschichte in flotten Episoden ab. Im Königreich Britannia haben die „Heiligen Ritter“, die eigentlich gar nicht so heilig sind, die Macht übernommen und unterdrücken das Volk. In ihrer letzten Hoffnung macht sich Prinzessin Elizabeth auf die Suche nach den Seven Deadly Sins und schließt sich dafür mit uns – in der Rolle von Meliodas – zusammen. Gemeinsam mit dem sprechenden Schwein „Hawk“ und einem wandernden Restaurant (ebenfalls ein großes Schwein) sind wir auf der Suche nach Meliodas ehemaligen Kameraden – eben jenen Seven Deadly Sins. Die Ex-Eliteritter von Britannia gelten als verstoßene Verbrecher und werden daher auch von den Heiligen Rittern eilig gesucht.

Soweit, so Anime. Im Spiel müssen wir nun also nacheinander die Regionen von Britannia bereisen und in kleineren Missionen entweder eine bestimmte Anzahl Gegner verdreschen oder sinnlose Gegenstände sammeln. Je nachdem wie gut wir uns dabei anstellen, erhalten wir „Gerüchte“, die uns auf die Spur der Todsünden führen. Das klingt nach mittlerer Schonkost und ist es leider auch. Zwar können wir uns auf einer großen Landkarte etwas eigenständig bewegen, werden ansonsten aber von einer Mission zur nächsten geschickt und arbeiten diese in wiederkehrenden Mustern ab.

Zugegeben, die Prügelorgien sind ganz spaßig und gerade die Bosskämpfe bringen einige Dynamik auf den Bildschirm. Hier wäre der konsequente Schritt in Richtung »Dynasty Warriors« eine coole Option gewesen. Am Anspruch wurde nicht gesparrt und wer es verpasst, schon recht früh mit dem umfangreichen Crafting anzufangen, um Verbesserungen für die Charaktere herzustellen, bekommt schnell und hart auf die Fresse. Aber, Halleluja, wer nicht gerade auf Button-Mashing steht, dem wird halt total öde Lizenzkost serviert, die zwar nicht komplett schlecht, aber doch sehr fade schmeckt.

Alleine schon das Fehlen vieler Zwischensequenzen, die dann einfach durch lahme Textpassagen ausgetauscht wurden, macht es schwer, zumindest den Anime-Ansatz auszuleben. Hier wäre zumindest durch geballte Action oder epische Momente einfach mehr drin gewesen. Die oft witzig geschriebenen Dialoge sind dann zwar unterhaltsam und immerhin auf Deutsch übersetzt, aber das eindimensionale Missionsdesign wird dadurch am Ende auch nicht besser. Mit Meliodas schier endlose Gegnerhorden vermöbeln macht vielleicht noch eine halbe Stunde am Stück Spaß. Die Grinding-Einlagen, in denen wir mit Elizabeth über eine abgesteckte Karte laufen, um leuchtende Items zu looten, während wir Schwein Hawk einfache Kampfbefehle geben, sind hingegen schon nach wenigen Minuten ätzend; weil total unnötig und reine Beschäftigungstherapie. Später erhält man zwar noch Zugriff auf die anderen Todsünden, was zumindest leichte Abwechslung bringt. Für mehr als ein Nebenherspiel reicht es bei Seven Deadly Sins aber nicht.

Okay, ich bekomme einen Schnelldurchlauf durch die Story des Anime, gespickt mit einem guten Soundtrack und einer passablen optischen Präsentation, geliefert. Für 70€ Kaufpreis muss ich aber ehrlich gestehen, dass mir das einfach zu viel Kohle, für zu wenig Spielspaß ist. Hier werden wirklich nur die ganz harten Fans bedient und selbst dann gehört schon eine gehörige Portion Optimismus dazu, um wirklich lange am Ball zu bleiben. Es kommt wirklich das Gefühl auf, dass die Umsetzung eigentlich für Smartphones geplant war, man sich aber kurzerhand doch dazu entschied, das Konzept auf der PS4 zu veröffentlichen. Schade.

Als Free-2-Play-Spiel, oder wenigstens zum halben Preis, könnte ich das Ding noch halbwegs verkraften.

Unerwähnt blieb der Multiplayer-Modus, in dem ihr online mit bis zu vier Spielern gegeneinander antreten könnt. Dafür müsste man aber Freunde haben, die ebenfalls 70€ für dieses Spiel gelöhnt haben. Immerhin könnt ihr lokal zu zweit auf einem Fernseher zocken.

»Seven Deadly Sins: The Knights of Britannia« ist in meinen Augen einfach zu teuer für das, was das Spiel am Ende bietet. Entweder fehlte es den Entwicklern an Mut oder an Ideen, um hier eine würdige Umsetzung zu erschaffen. Ich rate ab. Außer man ist ein echter Fan – wobei man dann trotzdem noch auf einen Sale warten sollte.

Weiterlesen

Gepostet von am 14.03.2018 | 4 Kommentare

Als die beiden neuen Titel des Pokémon Universums das erste Mal angekündigt wurden, dachten viele von uns, wir hören nicht richtig. An die bestehenden Titel ein „Ultra“ hängen und das nicht einmal ein Jahr nach der Veröffentlichung der „Originale“, was soll dabei schon herauskommen, außer ein warmer Aufguss? Wir haben Pokémon Ultramond für euch getestet – beziehen uns im Text natürlich aber auf beide Varianten.

Startet man das Spiel, erlebt man auch zuerst ein Déjà-vu. Optisch hat sich auf Alola nichts verändert, Design und Grafik sehen aus, wie in Pokémon Mond. Trotzdem sticht uns schon kurz nach dem Starten des Spiels eine der auffälligsten Neuerungen ins Auge: Die beiden außerirdisch wirkenden Ultraforscher Mirin und Cyonir, deren Namen wir natürlich erst später im Spiel erfahren.

Wer wirklich in Ultramond Neues erleben will, muss aber trotzdem ein wenig Geduld mitbringen, denn auch wenn zur Inselwanderung und der bekannten Story noch das Ultraforschungsteam mit der Geschichte um Necrozma hinzukommt – ein ganz neues Spielgefühl kommt hier nicht auf. Die Prüfungen sind weitestgehend gleich geblieben, mit ein paar Änderungen. Zum Beispiel könnt ihr während der Prüfung im Schattendschungel nicht mehr frei herumlaufen, sondern werdet für jede Zutat an einen bestimmten Punkt gebracht.

Die Geschichte um Necrozma und das Ultraforschungsteam beginnt zwar interessant, bleibt im Ganzen aber eher flach und endet schließlich damit, dass ihr besagtes Pokémon müde auf dem Berg sitzend findet. Auch der Sprung durch die Ultrapforte bringt euch nicht in wilde neue Welten, die zu erforschen wären. Ultrametropolis beherbergt genau zwei NPCs und einen großen Turm, der Rest der Stadt ist nicht erkundbar. Immerhin erhaltet ihr hier Venicro – eine von vier neuen fangbaren Ultrabestien. Solltet ihr durch das Sammeln von Ernergiekugeln sehr weit entfernte Abzweigungen aus dem Ultropfortentunnel nehmen, trefft ihr in kleinen Weltabschnitten immerhin auf zum Teil seltene Pokémon.

Wenn ihr allerdings die Inselwanderung und die anschließende Pokémon-Liga hinter euch habt, nimmt das Spiel noch mal fahrt auf. So trefft ihr auf Team Rainbow Rocket, das von Giovanni angeführt wird, der die Schurkenorganisation schon zu Zeiten von Blau und Rot leitete. Im Gepäck haben sie dabei auch noch Team Aqua, Team Magma und weitere klassische Gegenspieler aus alten Pokémon-Teilen. Des Weiteren gibt es viele legendäre Pokémon aus den alten Spielen zu fangen – jeweils in Ultramond andere als in Ultrasonne und umgekehrt. Viel mehr wollen wir aber jetzt noch nicht verraten, allerdings finden wir es schade, dass diese doch recht großen Neuerungen erst im Late-Game aufkommen – da habt ihr je nach Spielweise schon locker 20 oder mehr Stunden auf der Uhr.

Natürlich gibt es auch kleinere Neuerungen während der Haupt-Story. So könnt ihr golden glitzernde Herschersticker sammeln, welche an verschiedensten Orten zu finden sind und die ihr bei einer braun gebrannten Urlaubsversion von Professor Eich gegen Herscher-Pokémon eintauschen könnt. Wem es zu langweilig ist, auf Glurak mit PokéMobil, oder mit Booten von Insel zu Insel, zu reisen, der schwingt sich kurzerhand auf ein Mantax und surft einfach rüber, wobei man Sprünge ausführen und Highscores setzen kann. Der Alolafotoclub sorgt derweil dafür, dass ihr immer nette Erinnerungsbilder mit euren Poké-Partnern schießen könnt – mit verschiedenen Posen und Hintergründen, die schönsten könnt ihr dann speichern.

Diese Änderungen führen aber natürlich nicht zu einem wirklich neuen Spiel. Wer Pokémon Sonne und Mond bereits gespielt hat, wird zwar immer wieder kleinere Neurungen erleben, kann über den Kauf allerdings ruhig ein zweites Mal nachdenken, denn so wirklich lohnen sich Pokémon Ultramond und Ultrasonne nicht, wenn man den Vorgänger bereits kennt. Wer allerdings noch gar kein, oder schon lange kein, Pokémon-Spiel in der Hand hatte, der kann ruhig zugreifen, den trotz allem sind diese letzten beiden Teile der Reihe so umfänglich wie kein Teil zuvor. Natürlich werden sicher auch alle Enthusiasten zuschlagen, die sich keinen Teil entgehen lassen wollen und sicherlich auch ihren Spaß haben.

„Pokémon Ultrasonne und Ultramond bilden einen runden Abschluss der 7. Generation und ist ein gutes Komplettpaket. Allerdings sind die Neuerungen zu wenig, um sich bewusst von den Grundspielen abzuheben. Wer einfach nur Spaß mit der Inselwanderung haben will, dem reichen Sonne und Mond weiterhin voll aus. Wem es nach mehr dürstet oder er bisher noch gar keinen Kontakt mit den beiden Spielen hatte, holt sich natürlich direkt die Ultra-Versionen.“

Weiterlesen

Gepostet von am 01.01.2018 | Keine Kommentare

Okay, ich gebe es zu: Ich habe Xenoblade Chronicles für Nintendo Wii nicht gespielt. Ein Fauxpas, ich weiß. Ebenso habe ich das Remake, das später für den New 3DS erschienen ist, bisher nicht angerührt. Mein erster Kontakt mit der Serie war vor zwei Jahren, zum Release von Xenoblade Chronicles X für die Wii U, und ich hatte mich sogar schon sehr gefreut. Alleine die Mecha-Komponente wäre ja eigentlich voll mein Ding gewesen. Leider hatte mich das Spiel auf meinem Weg zur ersten Kampfmaschine (die man nach rund 10-20 Stunden Spielzeit bekommt) verloren. Es war mir einfach alles zu langatmig. Aus diesem Grund stand ich Xenoblade Chronicles 2 lange Zeit skeptisch gegenüber und habe wirklich mit mir gehadert, ob ich mich am neuen J-RPG von Monolith und Nintendo versuchen sollte. Zum Glück tat ich es!

Ehrlich gesagt habe ich keinen Schimmer, in welchem Zusammenhang die Spiele zueinander stehen. Die Xeno-Serie besteht ja schon ein paar Jahre (»Xenogears« erschien 1998 noch für die PlayStation) und viele Teile sind hierzulande gar nicht veröffentlicht worden. In Xenoblade Chronicles 2 zumindest übernehmen wir, anders als im Vorgänger „X“, die Kontrolle über den Jungen „Rex“, der sich als Bergungstaucher zusammen mit einem großen Drachen, auf dem er auch wohnt, ein karges Auskommen sichert. Sein Weggefährte ist ein sogenannter Titan, von denen es nur noch wenige auf der Welt gibt. Dieser Umstand ist gleichzeitig auch der Kern der Handlung, denn umringt vom großen Wolkenmeer, sind die Titanen der einzige Lebensraum, der den Bewohnern von Alrest (so heißt die Spielwelt) geblieben ist. Das Aussterben der Giganten bedroht daher das Leben in der Welt von Xenoblade Chronicles 2.

Nach einem kurzen Tutorial, das mit brillantem Showdown die eigentlich Story einleitet, mache ich mich zusammen mit der Klinge „Pyra“ auf die Suche nach dem legendären „Elysium“ – einer Art Paradies über dem Weltenbaum, der im Zentrum des Wolkenmeeres steht. Um diese Reise strickt sich eine gut inszenierte Story, die so manche Wendung bereithält und mit vielen Charakteren aufwartet. Die komplett in Ingame-Grafik gehaltenen Zwischensequenzen sind ein Fest für Anime-Fans, denn die Entwickler haben nicht an den nötigen Effektgewittern gespart.

Die so genannten Klingen übernehmen einen weiteren wichtigen Aspekt des Gameplays. Sie sind eine Mischung aus Begleiter und Waffe, mit der ich gegen Feinde ins Feld ziehe. Pyra zum Beispiel ist sehr mächtig und steht euch aus Story-Gründen immer zur Seite. Neben ihr gibt es aber noch viele andere, darunter auch sehr seltene, Klingen, die gleichzeitig euren Spieltyp beeinflussen. Grob gesagt unterscheidet die Klinge ob ihr Tank seid, viel Schaden austeilt oder eher eure Gruppe mit Heilung unterstützt.

Wo „X“ mich noch als Entdecker in eine unbekannte Welt schickte, mir gefühlt 200 Skills an die Hand gab und ich permanent vom Umfang der Spielwelt erschlagen war, geht es Chronicles 2 deutlich ruhiger an. Ich lerne alles von der Pike auf. Nur was ich gerade brauche oder neu entdecke wird mir direkt ausgiebig erklärt – der Rest folgt dann später. Das hat zur Folge, dass ich mich in die riesengroße Spielwelt und vor allem in das ausufernde Kampfsystem viel besser einarbeiten kann. Gerade die Kämpfe sind nämlich gar nicht mal so simpel. Anfangs noch eher ruhig und fast schon zu langsam, werden sie im Laufe der rund 60 bis 80 Stunden Spielzeit immer größer und schwerer. Das genaue Timing meiner Skills sowie gute Vorbereitung sind hier der Schlüssel zum Erfolg.

Ebenso wie schon im Vorgänger ist die Welt von Alrest riesig und lädt zum Erkunden ein. Jeder Titan bietet dabei sein eigenes Biom. Ob weite Graslandschaften, sanfte Hügel, tiefe Dschungel oder heiße, kluftige Felsen: Die Titanen sind riesig und dynamisch, beherbergen unterschiedliches Leben und belohnen ausdauernde Sucher mit vielerlei geheimen Orten. Dabei punkten die Welten vor allem mit ihrem nicht-linearen Aufbau: Direkt nach dem Tutorial begegnen mir Lebewesen, deren Level meines bei weitem übersteigt. Mit etwas Glück sind sie friedfertig, andernfalls nehme ich lieber die Beine in die Hand oder segne das Zeitliche. Ich liebe so etwas ehrlich gesagt sehr. Dieses Gefühl, dass ich noch mal zurückkehren muss, um zuvor nicht erforschte Bereiche endlich in Angriff nehmen zu können.

Obwohl Nintendos Hybrid nicht mit der Power der PlayStation 4 Pro oder der Xbox One X mithalten kann, präsentiert Monolith eine wirklich eindrucksvolle Grafik – mit vielen Details, einer lebendigen Umgebung und satten Farben. Der Wechsel hin zum Anime-Stil tat dem Spiel sehr gut und macht schon beim Zuschauen Spaß. Ebenso freut es das Fan-Herz, dass neben der englischen Tonspur auch die japanische (nach kostenlosem Download) zur Verfügung steht. Das passt einfach besser ins Bild. Nur bei der Auflösung muss ich meckern: 720p im Heimkonsolen-Modus, kein HD für unterwegs. Die Kollegen von Digital Foundry haben herausgefunden, dass das Spiel mobil teilweise nur mit 342p läuft. Bestenfalls kommt es mit maximal 552p trotzdem noch nicht mal in HD-Reichweite. Ein guter Schärfefilter macht zwar vieles wett, aber die enorme Größe der Spielwelt zeigt, dass hier entweder Grenzen erreicht oder noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden. So oder so bietet Chronicles 2, von technischer Seite aus, das aktuell wohl schwächste Unterwegs-Erlebnis.

Obgleich seiner Echtzeit-Kämpfe sieht sich Chronicles 2 aber als standfestes J-RPG und das muss dem Spieler auch bewusst sein. Viele Dialoge, manchmal träger Story-Fortschritt und ein Übermaß an – oft simplen – Quests sind ebenso Teil des Ganzen, wie die schön inszenierte Haupthandlung und die vielen coolen Charaktere. Ein gewisser Hang zum Japanischen ist aber eine deutliche Voraussetzung für das Spiel. Immerhin braucht man die Vorgänger nicht gespielt zu haben, um von Anfang an voll in Xenoblade Chronicles 2 einzusteigen.

„Xenoblade Chronicles 2 erreicht mit Leichtigkeit den Titel „Bestes J-RPG 2017″ und verzaubert seine Spieler mit einer wunderschönen Spielwelt, vielen interessanten Charakteren und einer spannenden Handlung. Aber nicht nur die ausgefallenen Kämpfe, sondern auch das Erkunden der einzelnen Titanen oder die Jagd nach den besten Klingen, machen einen großen Anteil des Spielgefühls aus.“

Weiterlesen

Gepostet von am 01.01.2018 | Keine Kommentare

Eigentlich liegt in der dunklen Putzkammer von NanaOne noch ein fast fertiger Testbericht zu »Nioh« herum. Allerdings hatte ich es nie geschafft, den mal fertig zu schreiben. Schande über mich! Glücklicherweise bekomme ich jetzt dafür eine neue Chance, denn jüngst hat das Hardcore-Rollenspiel eine PC-Umsetzung erhalten und ist als »Nioh: Complete Edition« bei Steam erschienen. Rund neun Monate nach der Erstveröffentlichung auf PS4 bekommen PC-Spieler eine Komplettfassung mit Hauptspiel und allen Story-DLCs serviert. Warum ihr euch Nioh unbedingt kaufen solltet, verrate ich euch jetzt (endlich). Darauf habt ihr immerhin viele Monate gewartet!

Er sieht nicht nur so aus wie der gute Geralt aus »The Witcher 3«, nein, Protagonist „William Adams“ ist ebenfalls eine totale taffe Sau, wenn es darum geht, sich mit Waffengewalt durch Feindeshorden zu kloppen. Im alternativen Japan des 1600 Jahrhunderts hat er dafür auch reichlich Möglichkeiten, denn das machthungrige British Empire hat einen Krieg unter den Fürsten des Landes angezettelt, den wir aus der realen Geschichte als „Schlacht von Sekigahara“ kennen und aus der der Tokugawa-Shogunrat hervorging. Im spielerischen Paralleluniversum dient das allerdings nur als als lose Plattform, denn alles dreht sich um übernatürliche Mächte und die sogenannten „Amrita“ Wundersteine, die Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten beschenken, oder in blutrünstige Dämonen verwandeln. Diese Steine will sich die Königin von England aneignen und so die Weltherrschaft erlangen. Damit dies geschehen kann, muss reichlich Blut fließen und diesem Bestreben folgt Nioh ohne mit der Wimper zu zucken. Dabei hangelt sich das Rollenspiel von Koei Tecmo und Team Ninja immer an der japanischen Vergangenheit entlang, sogar William Adams gab es wirklich – auch wenn das mit den Dämonen wahrscheinlich unwahrscheinlich ist.

Auf der PS4 rangierte Nioh als Geheimtipp für Hardcore-Fans und gehört zu dieser Art Games, bei denen wir am Anfang erst mal sehr viel Lehrgeld in Form von Nerven lassen. Während William nach nur wenigen Treffern das Zeitliche segnet, wirken unser Gegner oft wie unbezwingbare Stahlkolosse, um die wir uns tänzelnd bewegen müssen, um sie im richtigen Augenblick mit gut platzierten Treffern aus dem Bild zu kicken. Wer da nicht frustresistent ist, verabschiedet mit Sicherheit den einen oder anderen Controller in die ewigen Jagdgründe oder gibt verzweifelt auf. Nioh ist kein Spiel für Gelegenheitshelden.

Nun könnte man glatt dem Irrtum erliegen, dass es sich hier wieder „nur“ um einen Dark-Souls-Klon handelt. Doch das wäre fatal! Sicherlich, in seinen ersten Momenten erinnert das Rollenspiel frappierend an das Meisterwerk von From Software, doch schnell geht Nioh eigene Wege, setzt eigene Akzente. Das beginnt schon bei der Story, dich sich in Haupt- und Nebenmissionen unterteilt, welche wir auf einer großen Karte auswählen können. Nach erfolgreichen Abschließen sogar nochmals unter verschärften Bedingungen, um bessere Beute und mehr Amrita bzw. Erfahrungspunkte zu erhalten. Aber auch das Handling der Waffen oder die Systematik der Speicherpunkte haben ihre ganz eigene Note. Wer versucht Nioh wie ein typisches Souls-Game zu spielen, stößt schnell an seine Grenzen. Alleine die waffenspezifischen Kombos, die mit freischaltbaren Skills sogar noch erweitert werden können, oder der „KI-Impuls“, den wir nach erfolgreicher Ausführung jener Kombos nutzen, um im Kampf unsere Ausdauer wieder aufzufüllen, bedeuten umdenken. Dazu gesellen sich drei verschiedene Haltegriffe, die noch mal unterschiedliche Vor- und Nachteile mitbringen, und die Tatsache, dass wir jede Waffe einzeln leveln müssen, um ihre maximale Kraft zu entfalten. Klingt erst mal nach viel trockener Theorie, spielt sich aber unglaublich flott. Wer den Walzer aus Ausweichen, Kombos und KI-Impuls verinnerlicht, erlebt extrem dynamische Auseinandersetzungen.

Genauso komplex wie das Kampfsystem, kommt das Beuteschema daher. Hier kupfert Nioh gekonnt bei Diablo ab und beschenkt uns mit reichlich Loot, in verschiedensten Qualitätsstufen. Grob erklärt findet man in jedem Level immer wieder gleiche bzw. ähnliche Items, die aber mit wechselnden Seltenheitsstufen und unterschiedlichen Boni jedes Mal etwas anders ausfallen können. Es lohnt sich also Farm-Runs einzulegen, um sich die perfekte Ausrüstung zu sammeln. Zwar wirkt es leicht wie eine ausgemachte Inflation, wenn ich auf dem Weg zum Spielende alle paar Minuten Ausrüstungsteile austausche, aber der Zufallsfaktor und das Glücksgefühl, ein besonders seltenes Teil ergattert zu haben, motiviert ungemein. Wer es noch spezifischer mag, kann sich auch am Crafting auslassen und seine Fundstücke in der Schmiede weiter verbessern.

Mit einem Kaufpreis von um die 50 Euro steigen die Erwartungen, doch mit rund 60 bis 100 Stunden Spielzeit (je nachdem, wie viele Nebenmissionen ihr abschließt) serviert euch die Complete Edition ein wahres Brett an Umfang. Allerdings dürfen PC-Spieler nur einen mittelmäßigen Port erhalten, der zwar tut was er soll, sich aber keine Mühe gibt, Nioh zum waschechten PC-Spiel werden zu lassen. Die optischen Einstellungen im Launcher lassen nur 16:9-Auflösungen zu, die Bildschirmrate kann maximal auf 60 Bilder pro Sekunde eingestellt werden und wer kein Gamepad besitzt, braucht die Steuerung mit der Tastatur erst gar nicht probieren – die Maus kann im Spiel nämlich nicht verwendet werden und der Versuch, das bockharte Gameplay nur mit Tasten zu meistern, dürfte eher etwas für bekennende Masochisten sein.. Das sollte zwar kein Grund sein, das grandiose Spiele zu meiden, aber dennoch geht Koei Tecmo hier den schweren Weg und enttäuscht PC-Fans.

Kleiner Fakt am Rande: Nioh war bereits seit 2004 in Entwicklung und wurde mehrfach verschoben. Daher merkt man dem Spiel auch an, dass es durch die wechselnden Entwickler und zeitlichen Abstände verschiedenste Ideen in sich vereint. Wir haben also eine Spielwelt, die an Onimusha erinnert, ein Kampfsystem wie aus Ninja Gaiden, mit dem Schwierigkeitsgrad von Dark Souls und Diablos Loot-Konzept. Klingt erst mal verrückt, doch genau diese Mischung mach Nioh zu einem wirklich außergewöhnlichen Erlebnis, das ihr allerdings nur dann genießen könnt, wenn ihr tatsächlich Nerven wie Drahtseile habt und euch von ein paar Bildschirmtoden nicht die Frisur vermasseln lasst.

Weiterlesen

Gepostet von am 29.11.2017 | 3 Kommentare

Wer vor 14 Jahren bereits einen Game Boy Advance besaß, für den wird »Mario und Luigi: Superstar Saga« kein neuer Titel sein. Doch das Remake des ersten „Mario und Luigi“-Spiels kommt nicht allein, es hat den Spielmodus „Schergen-Saga: Findet Bowser!“ mit dabei.  

Für alle, die das Spiel bereits kennen ist vor allem eines augenfällig: die Grafik hat sich enorm verändert. War das Original von 2003 noch eher flach, dürfen Mario und Luigi jetzt in runder 3D-Optik durch das Bohnenland ziehen. Warum Bohnenland? Nun fangen wir nochmal von vorn an:

Im Schloss des Pilzkönigreiches empfängt Prinzessin Peach einen Botschafter aus dem Bohnenland, der sich ziemlich schnell als böse Schurkin Lugmilla, mit ihrem Helferlein Krankfried, herausstellt, die der Prinzessin die Stimme stehlen und durch explodierende Symbole ersetzen. Sofort wird Mario zu Hilfe geholt, der durch einen kleinen Unfall Luigi direkt mit im Schlepptau hat – im wahrsten Sinne des Wortes. Unterstützt durch Bowser, der nun um der Stabilität seine Festung fürchtet, fliegen wir zur Verfolgung der üblen Schurken los. Allerdings stürzt unser fliegendes Vehikel ab und wir landen direkt im Bohnenland – beziehungsweise an dessen Grenze. Hier treffen wir auch auf die ersten Gegner, die wir in rundenbasierten Kämpfen erledigen. Dabei setzen wir natürlich hauptsächlich Sprünge, und später auch Hämmer, ein.

Da es sich hier nicht um ein Jump’n Run, sondern ein Rollenspiel handelt, prügeln wir uns natürlich nicht nur mit Gegner herum. Hin und wieder kitzelt auch ein Rätsel an unseren Hirnzellen, wobei es hier nicht wirklich ernsthaft schwer wird. Mehr als unsere Denkmuskulatur müssen dafür unsere Lachmuskeln anstrengen. Ob mit witzigen Dialogen oder ins Absurde gehenden Rätsellösungen; wenn wir zum Beispiel Mario zu einem Wasserballon aufblähen und mit einem kräftigen Sprung von Luigi entleeren müssen. Vor allem aber Marios Berühmtheit beziehungsweise Luigis Mangel an ebenjener sorgen in Gesprächen mit den Einwohnern immer wieder für Schmunzler oder kleine Lacher.

Ebenfalls Rollenspieltypisch müssen wir uns auch um unsere Ausrüstung kümmern. Natürlich finden Mario und Luigi weder Zauberstäbe noch Plattenrüstungen. Dafür verbessern wir unsere Werte mit Latzhosen und Orden.

Beim anfänglichen Absturz unseres Flugvehikels haben sich allerdings nicht nur Mario und Luigi ein paar blaue Flecken zugezogen. Auch der Inhalt des Schiffes, in Form von Bowser, den Koopalingen und den an Board befindlichen Schergen, hat sich über das Bohnenland verteilt. Hier kommen wir zum Kernthema unseres Tests, dem Zusatzmodus „Bowsers Schergen“.

Als kleiner Gumba erwachen wir irgendwo im Bohnenland, ohne Orientierung und ohne Führung. Nachdem wir auf ein paar andere Gumbas treffen, werden wir mal eben zum Kommandanten erklärt – denn unsere Artgenossen haben darauf keine Lust. So ziehen wir los und rekrutieren nach und nach weitere Schergen und sogar Koopalinge, um Bowser zu retten. Die Kämpfe funktionieren hierbei nach dem Schere-Stein-Papier-Prinzip. Leider können wir als Spieler nicht allzu sehr in eben diese eingreifen. Vor dem Gefecht bekommen wir auf der Oberweltkarte angezeigt, welche Gegner uns erwarten – damit können wir unsere Kampftruppe so effektiv wie möglich gestalten.

Sind wir dann im Kampf, bleiben uns nicht mehr, außer ein paar Stör- oder Unterstüzungsaktionen, um ins Geschehen einzugreifen. Die Story gestaltet sich sehr witzig, da wir auch immer wieder auf Figuren aus dem Hauptspiel treffen und unter den Schergen natürlich nicht immer Einigkeit herrscht, aber auch sehr linear. Der Ablauf ist dabei immer gleich: In den verschiedenen Abschnitten Müssen nacheinander alle Schlachten bestritten werden, um weiterziehen zu können. Als Scherge auf die Suche nach Bowser zu gehen, ist zwar allemal ein witziger Zeitvertreib, wenn man grad eine Pause von der Geschwisterliebe zwischen Mario und Luigi braucht, als eigenständiges Spiel wäre das allerdings leider zu wenig. 

»Mario und Luigi Superstar Saga« ist eine Freude für Fans von Mario Rollenspielen. Egal, ob ihr den Urvater der Mario-und-Luigi-Reihe zum ersten Mal in den Händen haltet oder nur euren Game Boy Advance verlegt habt, ihr werdet mit diesem witzigen Rollenspiel auf jeden Fall euren Spaß haben. Bis auf die stark modernisierte Grafik werden sich Veteranen hier direkt heimisch fühlen. Der Zusatzmodus »Schergensaga – findet Bowser« ist eine schöne Ergänzung, um das Spiel aus Sicht der Gegner zu erleben.

Weiterlesen

Gepostet von am 23.10.2017 | Keine Kommentare

Seite 1 von 71234Letzte »