Vorwort

Eigentlich wollte ich meine Encoding-Reihe in unserem Blog ja anders beginnen, aber aus aktuellem Anlass ziehe ich diesen Artikel vor.
Wie einige von euch vielleicht schon mitbekommen haben, veröffentlicht Crunchyroll ab sofort einen Großteil seiner aktuellen Serien neben den gewohnten 480p- und 720p-Versionen auch in 1080p. In diesem Artikel möchte ich klären, was das für qualitätsbewusste Encoder in der Fansubszene bedeutet und ob ein Umstieg von Transportstreams auf Crunchyroll-Rips sinnvoll ist. Ich werde versuchen, alles relativ allgemeinverständlich zu schreiben, sollten aber dennoch Unklarheiten auftauchen, so zögert nicht, in den Kommentaren nachzufragen.

Die bisherige Lage

Bislang galten Transportstreams (.ts) als Non-Plus-Ultra unter den Quellen für Encoder, wenn es sich um einen Anime handelte, der aktuell im TV lief. Als (deutlich schlechtere) Alternative gab es nur TV-Rips der Japaner, die allgemein auch als (MP4-)Raws bekannt sind, bei denen es sich allerdings nicht um direktes Rohmaterial handelt, sondern um bereits vorenkodierte Anime aus der japanischen Warezszene (für die als Quellen natürlich auch Transportstreams verwendet wurden, allerdings meist sehr laienhaft bearbeitet und enkodiert). Dass “Rawgruppen” wie Zero-Raws “professionell” selbst MP4-Raws von Transportstreams erstellen, ist übrigens ein Irrglaube, diese “Gruppen” beziehen in den meisten Fällen ihre Raws auch nur von japanischen P2P-Börsen wie PerfectDark oder Share und knallen ihren Namen davor.

Dann gab es da noch die 720p-Rips von Crunchyroll (HorribleSubs, etc…), die eigentlich nie jemand als direkte Raw-Alternative zu Transportstreams angesehen hat, sind ja (Soft-)Subs mit drin. In der Tat waren Crunchyroll-Rips anfangs keine wirklich brauchbare Alternative, da vor allem die Tonqualität oftmals unterirdisch war (vor allem bei Anime, die von TV Tokyo über Crunchyroll vertrieben wurden). Auch die Bildqualität war häufig sogar schlechter als bei den “herkömmlichen” MP4-Raws, vom Vergleich mit Transportstreams ganz zu schweigen. Allerdings zeichnete sich in letzter Zeit ein deutlicher Qualitätswandel ab, denn besonders aktuelle Serien bekamen des Öfteren höhere Qualitätseinstellungen bei den Encodes spendiert und bewegungsreiche Szenen waren artefaktärmer. Solange der Publisher also nicht “TV Tokyo” hieß, war Crunchyroll schon seit einigen Seasons eine recht brauchbare Alternative, falls man mal nicht an Transportstreams rankam (aufmerksame Zuschauer werden bemerkt haben, dass wir z.B. bereits bei Deadman Wonderland und HanaIro auf Crunchyroll-Rips zurückgegriffen haben, als es mal Probleme mit unseren Caps gab).

Mit der ersten Folge von “Another” wurde letzte Woche erstmals von Crunchyroll ein 720p-Encode veröffentlicht, der die Qualität von Transportstreams zum Großteil überstieg, wenn auch nur minimal. Gestern kam dann die große Bekanntgabe: Ab sofort werden die meisten aktuellen Serien von Crunchyroll in 1080p veröffentlicht.

Qualitätsvergleich am konkreten Beispiel

Am Beispiel von Nisemonogatari (Folge 1) werde ich euch nun einige Vergleichsscreenshots zwischen dem Transportstream (nach dem IVTC und resized auf 1920×1080, aber ansonsten ungefiltert) präsentieren. Vorweg schon mal: Weder Transportstreams noch die Crunchyroll-Releases taugen tatsächlich für 1080p-Releases, ihr solltet bei den entsprechenden Serien also weiterhin auf 720p runterskalieren.

Auf der linken Seite befinden sich Screenshots des Transportstreams, auf der rechten Seite die von Crunchyroll.

Farbverläufe

http://screenshotcomparison.com/comparison/102877

Wie oben auf den Screenshots deutlich zu erkennen ist, tritt in beiden Fällen deutliches Banding auf, in der Crunchyroll-Variante ist es allerdings etwas auffälliger, weil gröber. Skalieren wir das Ganze mal auf 720p runter und setzen GradFun3 zum Dithern ein:

http://screenshotcomparison.com/comparison/102878

Nachdem Dither geaddet wurde, liegen in beiden Fällen saubere Farbverläufe vor. Hier profitiert GradFun3 sogar vom gröberen Banding in der Crunchyroll-Version, denn das lässt sich ohne Smoothing-Pass sauberer dithern, wodurch das Ergebnis etwas hübscher aussieht als bei der TS, bei der vor allem die MPEG2-Kompressionsartefakte negativ auffallen (der Frame im Screenshot ist der Mittelteil einer Zoombewegung).
Schauen wir das Ganze mal noch mit zusätzlichem Smoothing-Pass an, dazu verwende ich lachs0rs animedither16-Funktion:

http://screenshotcomparison.com/comparison/102879

Nachdem das Bild nun von den hässlichen groben Kompressionsartefakten bereinigt wurde, haben wir in beiden Fällen schöne (weitgehend) saubere Farbverläufe vorliegen. Bei der Crunchyroll-Variante wirkt der Farbverlauf noch etwas “stufiger”, was aber wohl hauptsächlich der Tatsache geschuldet ist, dass das Bild hier allgemein etwas heller und kontrastärmer ist (allerdings wirken die Farben zum Teil natürlicher).

Bewegung

http://screenshotcomparison.com/comparison/102882

http://screenshotcomparison.com/comparison/102883

http://screenshotcomparison.com/comparison/102885

Waren die Unterschiede im Bereich Farbverlauf/Banding noch marginal, stinkt der Transportstream bei Bewegungen deutlich gegen die Crunchyroll-Variante ab. Denn diese bleibt von den typischen, hässlichen MPEG2-Kompressionsartefakten verschont und kann dank der deutlich moderneren Kompressionsalgorithmen von H264 bei Bewegungen ein verhältnismäßig sauberes Bild mit wenig Artefakten liefern.

Man beachte vor allem auch die Textur in der Silhouette von Senjougahara im ersten Vergleich. Die MPEG2-Kompression des Transportstreams liefert hier nur Matsch, während man die Textur bei Crunchyroll zwar immer noch matschig, aber dennoch deutlich schärfer und detaillierter erkennen kann.

Am deutlichsten wird der Unterschied im dritten Vergleich, denn hierbei handelt es sich um eine Szene, in der jeder Frame sich deutlich vom vorherigen unterscheidet. Jeder, der schon mal mit Transportstreams gearbeitet hat, wird diese Fälle kennen und hassen, denn hier versagt die MPEG2-Kompression völlig und macht das Bild irreparabel. Bei Crunchyroll haben wir auch hier noch ein halbwegs sauberes Bild vorliegen, das in der Bewegung nur etwas unscharf wird (was beim Runterskalieren auf 720p allerdings nicht allzu sehr auffallen dürfte).

Konturen

http://screenshotcomparison.com/comparison/102887

http://screenshotcomparison.com/comparison/102886

Bei den Konturen nehmen sich eigentlich beide Varianten nicht viel. Bei Crunchyroll sind die Konturen etwas schärfer, dafür aber auch etwas blasser im Vergleich zum Transportstream. Des Weiteren bilden sich deutliche Artefakte um die Konturen im Transportstream, die Crunchyroll-Version bleibt davon weitestgehend verschont.

Vorläufiges Fazit

Im Falle von Nisemonogatari ist die 1080p-Version von Crunchyroll definitiv dem Transportstream vorzuziehen, und zwar vor allem aus folgenden Gründen:

  • weniger Detailverlust
  • deutlich weniger Kompressionsartefakte, vor allem bei Bewegungen
  • bei Bewegungen verliert das Bild nur minimal an Schärfe
  • das Bild wird nicht durch das TV-Logo und evtl. eingeblendete Werbung/Erdbebenwarnungen verunstaltet
  • etwas schärfere Konturen

Allerdings solltet ihr unbedingt beachten, dass dieser Vergleich hier nicht repräsentativ für die anderen Crunchyroll-1080p-Releases gilt, denn bei einigen wurde unglaublich geschlampt. Im Nachfolgenden werde ich kurz auf alle aktuellen Serien, die Crunchyroll in 1080p anbietet, eingehen und jeweils dazuschreiben, welche Variante vorzuziehen ist (allerdings ohne direkten Vergleich, da ich die Transportstreams zu den anderen Serien nicht auf der Platte habe). Des Weiteren werde ich zu jeder Serie OP und ED als 1080p-Stream einbinden, damit ihr euch selbst ein Bild von der Qualität machen könnt. Die Streams entsprechen zu 100% der Originalversion von Crunchyroll und wurden weder bearbeitet noch neu komprimiert.

Loading the player …

Loading the player …

Loading the player …

 

Weitere 1080p-Releases von CR

Another

Die beste Bildqualität von allen Crunchyroll-1080p-Releases weist Another auf, das schon in der 720p-Version überzeugen konnte. Die Konturen sind knackscharf, es gehen auch bei Bewegungen nur wenige Details verloren und das Studio hat hier offensichtlich progressives Material geliefert, denn alles sieht sehr sauber aus und es treten keine IVTC-Fehler auf (so wie bei vielen anderen Crunchyroll-Releases).
Fazit: Definitiv dem Transportstream vorzuziehen! (wir werden ab Folge 2 die CR-Version als Quelle verwenden)

Loading the player …

Loading the player …

 

Moretsu Pirates

Auch hier kann Crunchyroll absolut überzeugen, abgesehen von einem IVTC-Fehler in der ersten Sekunde, denn dort tritt für 2-3 Frames Combing auf, das Studio hat hier entsprechend interlacetes Material geliefert. Bei weiteren Stichproben im Verlauf der Folge konnte ich allerdings keine weiteren IVTC-Fehler feststellen. Die Konturen sind auch hier knackscharf, die Farben kräftig und Bewegungen sauber.
Fazit: Definitiv dem Transportstream vorzuziehen!

Loading the player …

Loading the player …

 
Brave10

Hier versagt Crunchyroll auf ganzer Linie. In der gesamten Folge tritt starkes Combing an den Konturen auf, weil der Encoder offensichtlich zu blöd zum IVTCen war (oder das Studio extrem schlechtes Material geliefert hat). Auch sonst kann das Bild nicht überzeugen, es tritt mehr Banding als in den anderen Serien auf und bei Bewegungen gibt es ebenfalls deutlich mehr Artefakte. Lustigerweise bleiben Opening und Ending von den Problemen weitgehend verschont (vor allem von den IVTC-Problemen).
Fazit: Finger weg, Transportstream nehmen! (für unsere Releases verwenden wir entsprechend auch die Transportstreams)

Loading the player …

Loading the player …

 
 Fairy Tail

Warum Crunchyroll diesen Anime in 1080p anbietet, ist mir ein Rätsel. Das Bildmaterial liegt offensichtlich gerade mal in SD-Auflösung (480p) vor und wurde filterlos auf 1080p hochskaliert. Hinzu kommen IVTC-Fehler (siehe Bild, Combing am Mund) und eine miserable Tonqualität (weil der Publisher TV Tokyo ist).
Fazit: Finger weg, Transportstream nehmen!

Loading the player …

Loading the player …

 
Natsume Yuujinchou Shi
 

In diesem Release taucht am wenigsten Banding auf, selbst bei dunklen Szenen sind die Farbverläufe noch recht ansehnlich (wenn auch alles andere als sauber, GradFun3 oder animedither16 sollte also trotzdem verwendet werden). Ansonsten sind die Texturen hier ebenfalls sehr scharf und die allgemeine Bildqualität sehr gut.
Fazit: Definitiv dem Transportstream vorzuziehen!

Loading the player …

Loading the player …

 
Ano Natsu de Matteru

Der schlechteste Release von allen. Hier wurde komplett aufs IVTCen verzichtet, der Anime wurde mit 30 fps und interlaced veröffentlicht… Nun ja, nicht wirklich interlaced, denn das Material wurde progressiv interpretiert. Entsprechend tritt in jedem Frame extremes Combing auf. Hinzu kommt die allgemein extrem grottige Bildqualität, die bei Bewegungen nur noch ein einziger Matschhaufen ist. Ich habe keine Ahnung, was Crunchyroll hier geritten hat, offensichtlich hat hier die Putzfrau enkodiert.
Fazit: Unbedingt die Finger weg und zum Transportstream greifen!

Loading the player …

 
Bleach 

Hier treten haargenau dieselben Probleme wie bei Fairy Tail auf: SD-Upscale, IVTC-Fehler und eine grausige Tonqualität. Ach TV Tokyo…
Fazit: Finger weg, Transportstream nehmen!

Loading the player …

Loading the player …

 
Naruto Shippuuden

Trotz dass diese Serie von TV Tokyo geliefert wurde, stimmt hier zumindest das Bild. IVTC-Fehler konnte ich auf den ersten Blick keine entdecken, der Upscale ist zwar ein Upscale, wurde aber sehr sauber durchgeführt, so dass theoretisch ein 720p-Release drin wäre (wenn auch nicht wirklich sinnvoll) und bei Bewegungen blockt das Bild auch nicht besonders stark rum. Aber der Knackpunkt ist: Es ist immer noch ein TV Tokyo-Release und das heißt: Grottige Tonqualität.
Fazit:  Finger weg, Transportstream nehmen!

Loading the player …

Loading the player …

 
Papa no Iukoto wo Kikinasai

Hier kann ich mich wiederum nicht beklagen, keine IVTC-Fehler (vermutlich progressive Quelle), das Banding hält sich in Grenzen, saubere und scharfe Konturen, keine Probleme bei Bewegungen und eine ordentliche Tonqualität (okay, stammt auch nicht von TV Tokyo).
Fazit: Definitiv dem Transportstream vorzuziehen!

Loading the player …

 
The Prince of Tennis II

Astreine Bildqualität: Knackscharfe Texturen, wenige Artefakte bei Bewegungen (das Bild bleibt in der Regel auch scharf), Banding zwar sichtbar, aber sollte sich gut rausfiltern lassen.
Fazit: Definitiv dem Transportstream vorzuziehen!

Loading the player …

Loading the player …

 
Inu x Boku SS

Und auch hier gibt’s nichts zu meckern, die Konturen sind sauber, es gibt keine IVTC-Probleme, keine Tonprobleme, keine deutlichen Artefakte bei Bewegungen und das übliche leichte Banding.
Fazit: Definitiv dem Transportstream vorzuziehen!

Loading the player …

 

Fazit

Die 1080p-Releases von Crunchyroll kann man durch aus als kleine “Revolution” in der Fansubszene betrachten, denn sie bieten in vielen Fällen die Möglichkeit, schon vor dem Blu-ray-Release Fansubs mit ordentlicher Bildqualität in 720p zu produzieren, ohne dass sie nervige Werbung oder extremes Rumgeblocke durch die miese MPEG2-Kompression aufweisen. Es sollten aber zumindest Debanding-Filter verwendet werden (GradFun3, animedither16 oder GradFun2dbmod). Zudem sollte man vorher genauestens überprüfen, ob die Qualität der Crunchyroll-Releases taugt, denn in einigen Fällen wurde beim IVTC extrem geschlampt, so dass man in diesen Fällen mit einer TS besser dran wäre. Und Finger weg von den TV Tokyo-Releases mit der grausigen Tonqualität!

 

Übersichtstabellen zu den aktuellen Seasons:

 

(CR = Crunchyroll; TS = Transportstream vom TV-Sender)
Anime Empfohlene Quelle
Ano Natsu de Matteru TS (TV Aichi)
Another CR 1080p
Area no Kishi CR 1080p
Beelzebub CR 1080p
Bleach (SD-Upscale!) TS (TV Tokyo)
Brave10 TS (Tokyo MX) o. CR 720p
Cardfight Vanguard (SD-Upscale!) CR 1080p
Chihayafuru CR 1080p
Digimon Xros Wars CR 1080p
Fairy Tail (SD-Upscale!) TS (TV Tokyo)
Gintama` TS (TV Tokyo)
Hunter x Hunter CR 1080p
Inu x Boku SS TS (MBS/TBS) o. CR 1080p
Mainichi Kaa-san TS (TV Tokyo)
Moretsu Pirates CR 1080p
Naruto Shippuuden TS (TV Tokyo)
Natsume Yuujinchou Shi TS (TV Tokyo) o. CR 1080p
Nisemonogatari CR 1080p
Papa no Iukoto wo Kikinasai CR 1080p
Poyopoyo TS (TV Tokyo)
Recorder to Randsell TS (Teletama)
Sket Dance TS (TV Tokyo)
The Prince of Tennis II CR 1080p
Zero no Tsukaima F TS (Chiba TV/Tokyo MX)

 

Autor:
Datum: 15.01.2012
Kategorien: Blog, Encoding

  1. 1 | Elly

    Interessanter Artikel, aber ich hätte da noch ein paar kleine Fragen. Ich hoffe, dass du sie beantworten kannst/willst.

    1.Woher soll man die Crunchyroll 1080p Rips beziehen? Ich finde auf Nyaa usw. nur 720p Versionen.

    2.Wenn es 1080p Material ist, wieso sollte man es dann benutzen, um 720p Releases zu enkodieren? Wieso nicht auch 1080p o:?

    3.Ich hoffe die Frage ist nicht völlig fehl am Platz, aber den Fehler den du bei Ano Natsu de Matteru angemerkt hattest (die Frames, die sich überschneiden) hatte ich vor ein paar Monaten auch einmal. Bei mir war der Fehler aber schon in allen RAWs, sowohl MP4 Raws als auch TS Raws, drin und hat mich ziemlich gestört. Kann man dagegen irgendwas machen, wenn es sogar in den RAWs schon so ist?

    • 2 | Sola

      >1.Woher soll man die Crunchyroll 1080p Rips beziehen? Ich finde auf Nyaa usw. nur 720p Versionen.<

      Die müssten dann auch da sein, hat Gebbi mir zumindest gestern gelinkt.

      >2.Wenn es 1080p Material ist, wieso sollte man es dann benutzen, um 720p Releases zu enkodieren? Wieso nicht auch 1080p o:?<

      Nur weil es in 1080p geliefert wird, muss die Source das nicht gerecht fertigen. Die meisten Animes werden in einer Auflösung zwischen 540p (BONES) und 720p produziert.
      Nur bei Kinoproduktionen und ähnlichen wurde wird wirklich in 1080p produziert.

      >3.Ich hoffe die Frage ist nicht völlig fehl am Platz, aber den Fehler den du bei Ano Natsu de Matteru angemerkt hattest (die Frames, die sich überschneiden) hatte ich vor ein paar Monaten auch einmal. Bei mir war der Fehler aber schon in allen RAWs, sowohl MP4 Raws als auch TS Raws, drin und hat mich ziemlich gestört. Kann man dagegen irgendwas machen, wenn es sogar in den RAWs schon so ist?<

      Ich bin mir unsicher, was genau du meinst, aber in der .ts hattest du das mit Sicherheit nicht. Die .ts musst du i.d.R aber erstmal ivtc’en, dann bist du bei 24fps und alles sollte inO sein. :3

      • 3 | Elly

        Danke für die Antwort, aber Frage 3 wäre immer noch offen.

        Also das Problem war, dass jeder Frame anscheinend noch den vorherigen Frame in niedrigerer Deckkraft enthielt und sie sich somit überschnitten haben.
        Vor allem bei schnellen Bewegungen hat das gestört und deswegen hab ich mir alle RAWs geladen, die ich gefunden habe, um zu schauen ob das nur an meiner liegt. Und ja, bei der TS Raw war das auch der Fall. Ich hab sie mit Mediaplayer Classic geöffnet und bin mit den Pfeiltasten immer ein paar Frames vorgesprungen und man hat immer gesehen, dass diese sich überschneiden =/.
        Ich hab danach mal versucht, die RAW mit einer höheren Framerate als die Ursprungsframrate zu encoden, aber der Fehler war trotzdem noch da.

        • 4 | Gebbi

          Dir jetzt in vollem Umfang zu erklären, warum das so ist, würde hier jetzt den Rahmen sprengen, daher werde ich das in einem zukünftigen Artikel noch mal genauer erläutern. Fürs Erste die Kurzform: Anime werden generell in 23,976 fps produziert (genauso wie alle Filme im Kino). Der NTSC-TV-Standard in Japan verlangt allerdings 29,97 fps. Würde man die Framerate einfach ändern, würde der Anime viel zu schnell abgespielt werden, daher greift man auf den sogenannten 3:2-Pulldown zurück. Wie der genau funktioniert, erklärt dieser Wikipedia-Artikel (und das, wie ich finde, auch für Einsteiger recht verständlich): http://de.wikipedia.org/wiki/3:2-Pull-down

          Letztendlich muss man beim Bearbeiten der TS diesen 3:2-Pulldown wieder rückgängig machen und dazu dient der IVTC: http://de.wikipedia.org/wiki/IVTC

          Dafür gibt es fertige Avisynth-Funktionen wie TFM und TDecimate, vorteilhaft ist es aber, Yatta einzusetzen, womit man den IVTC halbmanuell durchführt und dadurch Probleme, die durch einen unsauberen 3:2-Pulldown entstehen, besser korrigieren kann. Wie das genau funktioniert, werd ich auch noch mal separat in einem Artikel behandeln, wird allerdings noch etwas dauern, denn der wird recht umfangreich.

    • 5 | Gebbi

      1.Woher soll man die Crunchyroll 1080p Rips beziehen? Ich finde auf Nyaa usw. nur 720p Versionen.

      Eine Suche nach “1080p” bei nyaa liefert bereits die gewünschten Ergebnisse: http://www.nyaa.eu/?page=search&cats=0_0&filter=0&term=1080p
      Natürlich ist nicht alles davon von Crunchyroll, orientier dich am besten an den HorribleSubs- und AnimeUltima-Tags. Und nicht wundern, dass die als gesubbte Releases und nicht als Raws markiert sind, da sind wie gesagt die Crunchyroll-Subs als Softsubs dabei, was aber beim Encoden keinen Unterschied macht, weil die ohnehin wegfallen.

      2.Wenn es 1080p Material ist, wieso sollte man es dann benutzen, um 720p Releases zu enkodieren? Wieso nicht auch 1080p o:?

      Siehe Sola. Ferner sei zu beachten, dass die allgemeine Bildqualität der Crunchyroll-1080p-Releases nicht mal annähernd an die Blu-ray-Qualität heranreicht, da man bei näherer Betrachtung zu viele Artefakte sieht. Hier wurde einfach zu wenig Bitrate eingesetzt, daher taugen die Releases definitiv nicht für 1080p-Encodes. Wer unbedingt in 1080p enkodieren will, sollte auf die Blu-rays warten (wobei es sich auch da wie gesagt selten lohnt, außer bei Filmen).

  2. 6 | lachs0r

    Warum sehen die Screenshots der TS-Variante von Nisemonogatari so aus als hätte man fälschlicherweise ’ne BT.601 Colormatrix verwendet? :P

    Davon abgesehen sehen die GradFun3-Screenshots auf meinem Bildschirm in der CR-Variante immer noch schlecht aus (schlechter als die TS-Variante), aber das ist ja sowieso Einstellungssache.

    Wie auch immer, netter Artikel.

    • 7 | Gebbi

      Warum sehen die Screenshots der TS-Variante von Nisemonogatari so aus als hätte man fälschlicherweise ’ne BT.601 Colormatrix verwendet?

      DGIndex/DGDecode hat es eigentlich korrekt als BT.701 erkannt…

  3. 8 | yusuf

    ich will mal fragen aber ich weiss nicht wohin ich es schreiben soll. Könnt ihr von amalgan fansub die dedektiv conan realese gucken ob die gut sind also rewiew oder so

    • 9 | Wetter

      Natürlich nicht, schließlich ist Conan lizenziert. Ein bisschen nachdenken bitte

    • 10 | Gebbi

      Von Amalgam reviewen wir sicherlich auch noch mal was, die subben ja auch aktuelles Zeug, dann kannst du dich an diesen Reviews orientieren.

      • 11 | Ecco

        Nachdem ich bei denen den Sub zu Kobato gesehen habe, der so unglaublich viel Rechtschreibfehler und Sätze hatte die gar keinen sinn ergeben haben, sehe ich schon das sich die mögliche Note zwischen 5&6 einpendeln wird.

        • Mich, als potentiellen Leecher, würde erst einmal das Homepage-Design davor abschrecken, auch nur einen Untertitel von der Seite zu laden.

  4. 13 | Serilas

    Na, dass war ja mal informativ :)
    Kannst du vielleicht auch noch einen Artikel zu den ganzen Bildfehler schreiben? Ich weis ja nicht, wie es den Anderen geht, aber ich kann das ganze Banding, die Artefakte und so einfach nicht sehen. Ich würde gern mal drauf gestoßen werden.

  5. 14 | Gebbi

    Wichtiger Hinweis noch, was ich im Artikel vergessen hatte: Die Crunchyroll-Releases besitzen eine variable Framerate, vergesst also nicht, die Framerate auf 23,796 fps zu forcieren:

    ffvideosource(“[HorribleSubs] Nisemonogatari – 02 [1080p].mkv”, fpsnum=24000,fpsden=1001)

  6. … aber ich kann das ganze Banding, die Artefakte und so einfach nicht sehen.

    Das muss Dir keine Sorgen bereiten. Encoding-Freaks sehen Dinge, die sonst niemand sieht und die deshalb auch niemanden stören. ^^

  7. 16 | Gebbi

    Ach ja, noch ein kleiner Hinweis: Wie lachs0r in seinem Kommentar angemerkt hat, wurden für die Gradfun3-Screenshots oben die Default-Settings verwendet. Bitte beachtet, dass diese für saubere Encodes nicht empfehlenswert sind und ich die nur verwendet habe, um die Unterschiede stufenweise darzustellen. Wenn ihr mit Gradfun3 enkodieren wollt, solltet ihr zumindest den Threshold festlegen, GradFun3_16(thr=0.6~1.0) liefert recht hübsche Ergebnisse (bzw. Gradfun3(thr=0.6~1.0) für die Leute, die nicht die 16bit-Version einsetzen).

  8. Mich würde mal ein Artikel über die HD Encoder Gruppen der englischen Szene interessieren, die setzen ja auch auf 1080p und wenn du meinst, dass sich das nicht lohnen würde…

  9. 18 | Majin3

    Sehr guter Artikel.
    Überrascht mich ehrlich gesagt, dass einige deutsche Gruppen doch Ahnung von so was haben.
    Habe schon von einigen Gruppen “.ts? Nee, wozu? Zu kompliziert, mp4 reicht doch.” gehört und da kann man als Encoder nur facepalmen…

    TV-Stationen benutzen übrigens gern mal die falsche Color Matrix (zumindest von TBS kenn ich das), kann also ruhig sein, dass CR bei Nisemonogatari die “richtigeren” Farben hat.

  10. 19 | Azumi

    >> Mich würde mal ein Artikel über die HD Encoder Gruppen der englischen Szene interessieren, die setzen ja auch auf 1080p und wenn du meinst, dass sich das nicht lohnen würde…<> Habe schon von einigen Gruppen “.ts? Nee, wozu? Zu kompliziert, mp4 reicht doch.” gehört und da kann man als Encoder nur facepalmen…<<

    Das ist einfach faulheit und unwissen, mehr nicht, von den betreffenden personen.

  11. 20 | Gebbi

    Daiz von der engl. Fansubgruppe Underwater hat ebenfalls einen Artikel zu diesem Thema veröffentlicht, der sich im Großen und Ganzen mit meinem deckt: http://blisswater.info/regarding-crunchyroll-and-1080p-streaming/

  12. 21 | Panda

    Ich möchte gleich vorweg sagen, dass meine Frage ernst gemeint ist und auch wirklich nicht da ist um jemanden zu Ärgern, zumal ich wirklich sehr viele eurer Subs gesehen habe.

    Aber ihr macht hier so Große Reviews zu Fansubs und dann noch großem Aufklärung zum Encoden (habe ich Null Ahnung), aber wie kommt es dann z.B. das ich bei eurem Encode zu Guilty Crown im vergleich zu einer anderen Gruppe so einen für einen Laien großen Qualitätsunterschied (negativ) sehe ?

    http://screenshotcomparison.com/comparison/103038

    Man mag mir jetzt verzeihen, dass ich keinen Fachausdruck Parat habe, aber in dem Bild ist bei euch ein ziemliches “gekriesel”

    • 22 | Gebbi

      Wir verwenden das originale Bildmaterial der TV-Sender (Transportstreams) und filtern keine Details heraus. Dieses Grieseln soll eindeutig ein typisches Fernseh-Grieseln darstellen und ist daher ein von den Produzenten beabsichtigtes Detail. Dass die Gruppe, von der dieser Screenshot stammt, dieses Detail einfach plattgefiltert hat, spricht nicht gerade für deren Encoder. Aber den Encode werd ich ja sowieso in einem kommenden Review noch mal durchkauen.

  13. 24 | Gebbi

    Am Ende des Blogeintrags befindet sich nun eine Übersichtstabelle mit den empfohlenen Quellen zu aktuell laufenden Anime. Diese wird in jeder Season aktualisiert~

  14. 31 | Okaydude

    Ist zwar nicht all zu relevant, aber eine kurze Frage zu Framerates:
    Warum werden Anime eigentlich in 23,976fps und nicht in 29,97fps produziert? Ich weiß zwar, dass die kleinere Framerate bei HD-Material nützlich ist, weil weniger Bandbreite und auf BDs ja auch 23,976fps laufen, aber doch schon vor HD-Zeiten wurde Anime in 23,976fps hergestellt, obwohl alle Medien (TV, DVD) mit 29,97fps arbeiten (NTSC). Man musste also jedes mal einen Telecine durchführen. Warum nicht direkt 29,97fps? :o
    Höhere Framerate bedeutet natürlich auch mehr Arbeit, aber ob man jetzt 12 oder 15 Frames animiert, ist doch auch egal (angenommen nur jeder 2. Frame ist “echt” animiert)

    • 32 | Cyril

      Ich will nicht groß ins Detail gehen.
      Der “Standard” bei Filmen jeglicher Art ist mehr oder weniger 24fps. Das ist halt so.
      Wenn man aber primär für NTSC-Fernsehen produziert (was Japan ja tut), nimmt man idR 23,976, weil sich das recht problemlos auf NTSC wandeln lässt.

      Und na ja… 15 statt 12 Frames zu animieren, hieße 25% mehr Arbeit (und Kosten) – wobei ich nicht glaube, dass man da wirklich mehr animieren würde, wenn man andere Frameraten nähme.

    • 33 | Gebbi

      24 fps ist der weltweite Standard, in der die meisten Kinofilme, Serien und auch Anime produziert werden. Dieser Standard wurde bereits in den 1920er Jahren definiert und hatte damals Gründe, die heute nicht mehr wirklich von Belang sind (siehe Wikipedia-Artikel). Heutzutage hält man daran fest, weil Filme in 24 fps für die meisten Menschen flüssig wirken, aber dennoch “wie ein Film”. Mit dem Film “Der Hobbit” gab es letztes Jahr ja den Versuch, einen Film mit 48 fps in die Kinos zu bringen. Dem Feedback zufolge waren die Bewegungen vielen Zuschauern zu flüssig, wodurch der Film nicht mehr wirklich wie ein Film wirkte. Bei Anime kann man als Beispiel viele Magical-Girl-Serien wie die Precure-Reihe nehmen, die auch meist in 30 fps produziert wird. Auch hier sehen Kamerafahrten zum Teil etwas seltsam aus (die wiederum so ziemlich die einzigen Elemente sind, die von den 30 fps “profitieren”, da Charakteranimationen weiterhin bei 24 fps bleiben und dann einfach Frames dupliziert werden).
      Die 23,976 fps kommen übrigens dadurch zustande, dass sie genau 4/5 von 29,97 fps, der NTSC-Framerate sind, wodurch man das Material wunderbar konvertieren kann, indem einfach jeder vierte Frame dupliziert wird (simpel betrachtet).

      • 34 | Okaydude

        Dass Filme in 24fps erscheinen macht Sinn, aber bei TV-Sendungen doch eigentlich nicht?
        Werden nicht deutsche Serien in 25p/50i gedreht, damit man sich Speedup oder Interpolation sparen kann, um auf den 25 Vollbild-Standard von PAL zu kommen? Deswegen dachte ich, dass es bei Animeserien, die ja auch für TV oder DVD produziert werden, mehr Sinn ergäbe, diese direkt in 29,97 zu erstellen, damit man sich den Telecine sparen kann, der das Bild ja nicht gerade schöner macht. :/

        Btw: Macht ihr eigentlich noch einen Beitrag zu Yatta? Ich interessiere mich für Encoding, habe bisher aber nur Erfahrung mit progressiven Quellen (sprich: Blu-rays).

        • 35 | Gebbi

          Werden nicht deutsche Serien in 25p/50i gedreht, damit man sich Speedup oder Interpolation sparen kann, um auf den 25 Vollbild-Standard von PAL zu kommen?

          Deutsche TV-Serien werden tatsächlich oft mit 25 fps gedreht, um sich Normwandlungen fürs Fernsehen gleich zu sparen bzw. die Serien höchstens noch interlacen zu müssen (da moderne Film- und Fernsehkameras nur noch progressives Material aufzeichnen) – da diese sehr selten im nicht-europäischen Ausland lizenziert werden, hat das auch so seinen Sinn.

          Anime hingegen werden – besonders heutzutage – oftmals für das weltweite Publikum produziert, deshalb hält man sich hier an die internationale Norm. Andernfalls müsste man zum Beispiel für PAL-Ausstrahlungen Frames droppen, was in einem ruckelnden Bild resultieren würde. Des Weiteren wird bei höherer Framerate ohne duplizierte Frames immer auch mehr Bitrate benötigt – und die ist bei TV-Sendern nun mal begrenzt (und bei Blu-rays natürlich auch, auch wenn da die Grenze hoch genug ist, um auch artefaktfrei 30-fps-Material draufzupressen, sofern man nicht zu viele Episoden auf eine Scheibe packt). Zu guter Letzt wären die Produktionskosten deutlich höher, wenn man plötzlich sämtliche Animationen in 30 fps produzieren müsste.

        • 36 | Gebbi

          Ups, hab dein “btw” ganz vergessen zu beantworten: Also ein Yatta-Tutorial war von meiner Seite aus mal geplant, aber ist erst mal aufgrund von Zeitmangel auf Eis gelegt. Keine Ahnung, wann ich das mal angehe.

Um deinen Avatar zu ändern, melde dich bitte mit der hier angegebenen Mailadresse unter Gravatar.com an und lade dort deinen neuen Avatar hoch.