Gastartikel von Codo III

Bleiben wir bei Mystery, gehen aber eine Season zurück und schauen uns Un-Go von Malediction an.
Und da die erste Folge bereits als V2 vorliegt, sind wir auch so frei und schauen uns die korrigierte Version an.

Lokalisierung: Japanische Namensreihenfolge, teils lokalisierte Anreden
Version: MKV h264 (8-bit) mit Hardsubs (231 MB)
Kapitel: nicht vorhanden

 

Encode:

Das Bild ist zwar etwas ausgewaschen, blockig und hat unschönes Banding, aber… Vielleicht liegt es an dem ganzen Mist, den ich in der letzten Zeit gesehen habe – man kann damit leben. Kein Augenschmaus, aber okay.

Bewertung: (noch) befriedigend 

Timing:

Grundsätzlich sauber, hätte aber auch teilweise etwas mehr Lead-in/-out vertragen können. Insbesondere fortlaufende Sätze über mehrere Zeilen wurden häufig zeitlich an einer unglücklichen Stelle getrennt.

Bewertung: befriedigend bis gut. 

Typeset/Styling:

Okay, ich find den Mainfont etwas langweilig, aber was soll’s, man hätte ihn lesen können. Aber ich hab mal wieder keine Ahnung, was man da im Styling mit der Schrift vorgehabt hat. Dass schwarz-weiß auch etwas langweilig daherkommt, ist nicht schlimm – aber dafür packt man einen uninspirierten, unentschiedenen und deplatzierten Schatten zu, gestaltet den Border (ohne Not) viel zu dünn und – ich kann’s kaum glauben – hat das Spacing derart erhöht, dass die Wörter völlig auseinandergerissen werden und unnatürliche Lücken entstehen, die Wörter falsch geordnet erscheinen lassen und damit die Lesbarkeit völlig zerledern. WTF?!
Gedanken setzt man wie üblich in die Schräge. Unwichtigere Zeilen setzt man mal wieder an den oberen Bildrand, ein eigener Style, um gleichzeitiges Sprechen voneinander abzuheben, gibt es nicht, was durchaus verwirrend ist.

 

Das Styling der Schilder ist sehr stilvoll geraten und einfach gehalten. Ist zwar nicht immer ganz sauber oder einwandfrei lesbar, aber das stört nicht wirklich. Weniger interessante Schilder in der Episode wurden nicht getyped. 
Die Schriftart des Logos ist passend, die Animation aber ist sehr einfach und lieblos. Gruppencredits gibt es nicht.

Bewertung: ungenügend (Style), befriedigend (Type)

Karaoke:

Ebenfalls sehr einfach gehalten, aber zweckdienlich (was ich ja mag). Im OP wirkt die Vergrößerung des Highlights aber etwas unbeholfen, und dass zwei “Symbole” über die Dauer der Zeile über die Breite der Zeile von rechts nach links, bzw. von links nach rechts fliegen, erweckt den Eindruck, dass man drei Fokuspunkte hat, was etwas verwirrt.

Bewertung: befriedigend (OP), gut (ED)

Qualität der Untertitel:

Versteht man halbwegs, was in der Folge geschieht? Ja. Gibt’s viele Fehler? Nein, zwar noch ein paar, aber nicht großartig störend. Und sonst? Nichts. Offensichtlich hatte niemand wirklich Interesse an der Serie oder hat versucht zu verstehen, worum es überhaupt geht. Oder dass die Sätze auch zueinander passen. Mal soll das wohl etwas gehoben klingen, mal eher umgangssprachlich. Aber wann man was verwendet, ist eher Zufall, als dass das was mit der Situation oder den Charakteren zu tun hätte. Und dieses völlige Desinteresse an der Sprache führt dann auch zu allerhand Inkonsequenzen: Mal setzt man Honorifics, deutscht sie aber zumeist ein – oder setzt sie auch mal ins Französische. Anreden werden mal groß, mal klein geschrieben. Zeilen sind häufig unleserlich lang. Titel ändern sich immer mal wieder. Und wenn man von einigen Ausdrücken keine Ahnung hat, dann hat man halt keine – Warum sollte man 10 Sekunden investieren, mal etwas nachzuschlagen?

 

Ja, was denn nun?

Deppenapostroph – immerhin aber ein konsequenter Fehler, das hat man bei jedem Plural oder Genitiv, wenn’s ein Name ist.

Hier zum Beispiel.

Aber eigentlich wollte ich das “-kun” zeigen.

…das passt nämlich so gut zu dem Fräulein.

 

Was eben gut zur Madame passt… Moment… Das ist ja gar nicht Französisch, sondern Englisch. Klingt ja noch bescheuerter…

Um den Kreis zu schließen: Herr Kanou. Hier dann auch die Anrede (fälschlicherweise) klein: “Ihnen”! Überhaupt… “Würde Herr Kanou verhaftet, stünde Ihnen das Wasser auch bis zu den Knien.” “Wenn Herr Kanou verhaftet werden sollte, würde Ihnen das Wasser auch bis zu den Knien stehen.” Überhaupt: Wo ist das Problem, wenn einem das Wasser bis zu den Knien steht? Dafür gibt’s Gummistiefel. Stünde es bis zum Hals, würde ich mir Sorgen machen.

 

Bleiben wir bei den beiden: Die haben sich nämlich “beide für ein Napoleon-Kostüm entschieden, weil sie dadurch garantiert auffallen würden!”

Hat aber offensichtlich nicht geklappt.

Ach Quatsch… Das “werde” und “Ihnen” kann man sich noch ganz gut selbst zusammenreimen.

“dem Staat” – Abgesehen davon ergibt der Satz keinen Sinn. Vielleicht wurde das ja von staatlicher Seite gestreut?

Hä, was?! Er veruntreut Kapital, um den Wiederaufbau aus anderen Ländern zu unterstützen?! Sinn?! Oder veruntreut er die Mittel, die von anderen Ländern als Unterstützung des Wiederaufbaus bereitgestellt wurden?

Oha, misstrauische Personen… Denn von denen abgesehen, wird kaum jemand verdächtig sein, misstrauisch in Bühnennähe zu stehen.

wahrgenommen… Oder man hat einfach nicht mehr auf sie geachtet.

Gemeint ist wohl das Verteidigungsministerium und “ihn getötet”.

Ausdruck? Ach egal… Bewundern wir den Kommafehler.

Spulen wir zurück, weil wir den Satz eh nicht zu Ende lesen konnten, drücken Pause und lassen ihn sacken. “Sie kann Leuten eine Frage stellen, bei der sie gezwungen sind zu antworten.” oder so?

Eben, das lustige, amüsante und for teh lulz Verschicken muss aufhören!

Bewertung: mangelhaft-ausreichend

Endnote: 4-

Fazit: Hätte eigentlich ein ganz brauchbarer Fansub werden können, aber der Kern des Ganzen ist halt leider ein sterbenslangweiliger, liebloser Text, bei dem man ziemlich hektisch lesen muss. Wenn man sich die Serie unbedingt auf Deutsch anschauen möchte, wird er wohl reichen, aber Spaß macht das nicht.

 

Autor:
Datum: 15.03.2012
Kategorien: Blog, Fansub-Reviews

  1. 1 | nano

    Wie kann man nur so nen Mini-Typeset an den äußersten Rand des Bildes setzen? oO

    • Niemand hat mehr einen Röhrenbildschirm, von daher muss man auf overscan eigentlich keine Rücksicht mehr nehmen. Kann man also durchaus machen. Dürfte aber in den meisten Fällen sich nicht anbieten, hier fand ich’s okay.

      • 3 | nano

        Das hat nix mit Röhrenbildschirmen zu tun.
        Wenn man sich Subs auf den Fernseher streamt, wird genauso Bild am Rand abgeschnitten.

        • 4 | Gebbi

          Das ist dann aber ‘ne Einstellungssache. Bei mir werden keine Ränder abgeschnitten, wenn ich meinen Rechner per HDMI mit dem Fernseher verbinde.

          • 5 | nano

            Wir streamen per LAN über PS3 bzw Xbox zum Fernseher und es ist uns noch keine Funktion untergekommen, die das Abschneiden des Randes verhindern würde.

  2. 6 | Kyubinoyoko

    Ist dir der Fehler im zweiten Screen zum Encode entgangen oder ist das wirklich richtig? (offen zu legen -> offenzulegen)

    • Das wäre in dem Satz nicht der einzige Fehler.
      Er müsste heißen: “Alles, was ich tun kann, ist, meine Karten [aufzudecken].”
      Also 1 Kommafehler, 1 Rechtschreibfehler, 1 Ausdrucksfehler. Alles in einem Satz.

  3. 8 | chibi`

    Ich verstehe weiterhin nicht, wieso es in der deutschen Szene immer noch üblich ist, auf Softsubs zu verzichten :(

    • 9 | DigiFox

      Was die meisten angefangen haben, werden sie nicht so schnell ändern.
      Wenn man aber von aktuellen Serien ausgeht, die halbwegs gut oder auch gut ist, kann man bei NO eigentlich recht zufrieden sein.

    • 10 | Wetter

      Und was hast du davon? BIs auf den Umstand das du dir dein eigenen Stylegeschmack anpassen kannst, während der Rest…. zum husten ist.

      • Softsubs sind sehr leicht zu patchen und man kann im Handumdrehen eine v2 erstellen, ohne neu zu enkodieren oder den User 200MB laden zu lassen.
        Das ist dem End-Leecher meistens allerdings relativ (bis auf die 200MB vielleicht).

        • 12 | Wetter

          Ach bla. Wo siehst du den jemals Batches? Selbst NO ist zu faul dafür.

          Zudem patchen die Gruppen das meist direkt aufn Server und haun die ganze File einfach wieder raus. Spart man zwar X Stunden Encode – aber die x Stunden hätte man auch für anständiges QC oder RC nutzen können ;P

          • 13 | Wetter

            Mit Batchen meinte ich patchen xD

          • 14 | DigiFox

            Trotzdem kann man die Files auf x Arten weiterverwenden. Selbst Fehler editieren oder auch für BD release weiterverwenden, je nach Anpassung.

            Die meisten Leute schauen eh auf dem PC. Für irgendwelche Player schwule Einstellungen nehmen ist eh old school.

  4. Denn von denen abgesehen, wird kaum jemand verdächtig sein, misstrauisch in Bühnennähe zu stehen.

    Wäre mir neu, dass man “[da]von [...] abgesehen” so benutzen kann (Kommata).

    Ansonsten endlich mal wieder ein amüsanter Review, der nicht nur die Fehler im Sub aufzählt, sondern auch den ein oder anderen Kommentar dazu übrig hat (lies: viele).

    • 16 | Codo III.

      Danke erst mal.
      Zum Satz – ich glaube schon, dass man das so schreiben kann, würde aber ehrlich gesagt nicht die Hand dafür ins Feuer legen. Schreiben sollte man’s aber so oder so nicht, weil’s bescheuert klingt – was es in diesem Fall auch sein soll, um den Sub-Satz zu parodieren. Hauptsächlich halt, dass “verdächtig” und “misstrauisch” eben nicht das Gleiche in Grün ist und man mit z.B. “Bühnennähe” auch einen präzisen, kurzen deutschen Satz hinbekommt – da muss man sich nicht an englische Konstruktionen halten.
      “Weitere verdächtige Personen in Bühnennähe gab es nicht.” oder so.

      • Bevorzugte Schreibweisen wären (nach Gefühl):
        “Denn von denen abgesehen wird [...]” oder
        “Denn, von denen abgesehen, wird [...]“. Ob deine falsch ist, kann ich nicht sicher sagen, weil ich keine Regel dazu gefunden habe, aber in Kombination mit irgendwelchen anderen Regeln, die ich verinnerlich habe, kommt es mir “nicht richtig” vor. Du weiß schon.

        Ich denke nicht, dass die parodische Differenzierung zwischen “verdächtig” und “misstrauisch” dadurch verloren ginge. Aber ist ja nur eine Kleinigkeit.

        • 18 | Codo III.

          Der zweite (mit Komma) funktioniert nicht. Dann wäre der Satz ja: “Denn wird kaum jemand verdächtig sein.”
          Wahrscheinlich kommt wirklich einfach kein Komma hin.
          Wahrscheinlich ist es aber einfach umgangssprachlich.
          “Denn: Wenn man von denen [den misstrauisch Stehenden] absieht/diese außer Acht gelassen werden, dann kann gar niemand verdächtig sein, misstrauisch in Bühnennähe zu stehen.”
          So könnte es “korrekt” sein. Aber wie gesagt – wer so einen Satz ernsthaft formuliert gehört eh geschlagen.^^

          • 19 | Codo III.

            Und nun hab ich den Satz auch völlig umgebaut^^
            “Denn wenn” dürfte man zusammen ohne Komma schreiben dürfen – wobei man es auch setzen könnte, wenn es sich auf den “dann”-Satz beziehen soll.
            In meinem ursprünglichen Satz müsste das Komma wohl raus^^
            Egal aber. Nu steht’s halt so :3

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